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Hawthorne Heights - "If Only You Were Lonely" (Victory Records / Soulfood)


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Hawthorne Heights
Victory Records / Soulfood
Poppigen Emo der feinsten Sorte lieferten die Hawthorne Heights 2004 mit ihrem Debüt-Album „The Silence In Black And White“ ab. Da stellt sich natürlich die Frage, ob der Nachfolger „If Only You Were Lonely“ hierzu neue Erkenntnisse liefert, zumal vom Vorgänger die Meßlatte recht hoch liegt: Nicht gerade unerfolgreiche, rund 700000 Exemplare gingen von diesem - zwischen der einen oder anderen ausverkauften Tour - schon über die Ladentheke.
Da verwundert es auch nicht, dass das Label bescheiden bleibt und großspurig verkündet, dass man aller Voraussicht nach diesmal gleich in der ersten Woche auf Platz 1 der US-Charts einsteigen wird – Hey, dagegen sind ja selbst die meisten Majors eher zurückhaltend.
Inhaltlich ändert sich bei Truppe allerdings wenig: Recht vorhersagbarer Reißbrett-Emo nach Schema F mit Jod-S11-Körnchen: Kurzes, heftiges Intro gefolgt vom – wer hätte damit gerechnet – geschmeidigen Wechselspiel aus Zuckerbrot-Strophen und Peitschen-Refrains, die aber meist nicht allzu kräftig zuschlagen – man will schließlich in die Charts, gelle. Irgendwo hinter dieser ganzen Maskerade ist es dem Quintett diesmal tatsächlich noch das schier unmöglich geglaubte Kunststück gelungen, einen eigenen Trademark-Sound mit Wiedererkennungswert zu entwickeln, der gleich im Starter „This Is Who We Are“ so richtig schön zur Geltung kommt.
Als herausragend kann man auch die erste Single-Auskopplung „Saying Sorry“ bezeichnen, die eher in Richtung melancholischer Pop-Punk geht und durchaus Hitpotential besitzt. Daneben geht auch noch das eher härtere „Pens And Needles“ ganz gut ab, das wohl auch das experimentellste Stück der ganzen Scheibe ist. Die Nummer „Light Sleeper“ kann auch mit einem ziemlicher Killer-Refrain aufwarten – leider fällt hier der Rest vom Lied dagegen etwas ab.
Die verbliebenen Songs klingen mal in Richtung treibender Bombast-Rock („I Am On Your Side“) und driften mal eher in verträumt-sphärische Gefilde („Dead In The Water“) ab. Hier und da zeigt sich der eine oder andere Song trotz seiner Kürze doch eine klitzekleines Bisschen langatmig, aber Totalausfälle, über die sich viel Böses schreiben ließe, sucht man vergeblich.
Die Hawthorne Heights schaffen es diesmal sich etwas von schier unendlichen Masse der Emo-Truppen abzusetzen, liefern mit „If Only You Were Lonely“ erneut ein hochkarätiges, technisch makelloses und blitzeblank produziertes Werk ab – obwohl die Scheibe wenig wagt und wie auf Nummer sicher gegangen wirkt - und agieren wie eh und je eine dreiviertel Stunde lang so eingespielt, als wären sie schon länger zusammen als die Stones.

8,5 | 10 Punkten - Holger

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