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Junior - "Y'all Ready To Rock?" (Rude Records / Cargo)


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Junior
Rude Records / Cargo
„Punkrock As Usual“ hätte man mit böser Zunge das zweite Werk „Y'all Ready To Rock?“ aus dem Hause Junior auch betiteln können, käme da nicht gleich wie immer das große Aber, was die Sache gleich wieder relativiert.
Denn schließlich fällt schon gleich beim Auspacken das Cover ins Auge, das eigentlich schon alles sagt und für sich genommen die Höchstwertung bekommen müsste, aber noch von den innenliegenden Bildern getoppt wird: Erinnert recht stark an The Offsprings „Pretty Fly“ - ich glaube, da will jemand schon aus Prinzip nicht ernst genommen werden.
Hört man dann aber mit dem Labern auf und schmeißt die Scheibe in den Player, stellt man recht schnell fest, dass die drei Herren aus Texas sich wohl vorgenommen haben, sich kräftig mit den Kollegen von Blink 182 und Good Charlotte anzulegen und in deren momentan etwas verwaisten Revier zu wildern. Nummern wie „Stand Up And Holler“, „Let's Do It Again“, „You're #1“ könnten auch von den alternden Helden des Pop-Surf-Punk – oder wie auch immer man die Nummer nun nennen will – stammen. Die Kollegen von Green Day kriegen auch noch ihr Fett weg mit dem klassischen „Kiss My Ass“ und dem fast schon ekelhaft zuckersüßen Pop-Melodien eines „She's So Amazing“. Die restlichen Nummern wie „Dirt Bike Rider“, „I'd Hate To Be You Now“ und „Rock Star“ setzen ebenfalls auf rotzigen, straighten Punk – um dessen genauere Herkunft ich mir jetzt keine Gedanken machen will - mit einem guten Händchen für einprägsame, manchmal aber auch etwas zu poppige Melodien und einer ausgeprägten Portion Selbstironie.
Nach dem etwas psychedelischen – oder einfach nur schlechten - „Goodbye Romeo“ und dem Beinahe-Donots-Cover „The Better Way“ kommt dann allerdings der Punkt, an dem Leute mit schwachen Nerven oder sensiblen Ohren besser abschalten sollten.
Denn mit dem „Trailer Park Tango“ wagt man den kompletten Stilbruch und besinnt sich auf seine Herkunft und eher heimische Klänge. So setzt man von nun an voll auf Banjo-Soli und so einer Art bekifften Psychobilly, um sogleich in „The Marijuana Song“ als schlecht gestimmter Knabenchor schmutzige Reime zu singen und anschließend in „I'm Broke But I Try“ voll in Hillbilly- und Lagerfeuerromantik zu versinken.
Über die dann noch folgenden und gegen sämtliche Menschenrechte und Tierschutzgesetze verstoßenden Versuche als Beatbox in „The Rap“ verweigere ich dann allerdings endgültig die Aussage.
Über die Jungs von Junior lässt sich alles in allem sagen, dass die Nummer desto besser wird, je mehr sie auf Punkrock in seiner Reinform setzen. Die Kaspereien gegen Ende hätte man sich auch sparen können und versauen nur nachhaltig den recht guten Eindruck, den man von der ersten Hälfte von „Y'all Ready To Rock?“ mitbringt.

7,5 | 10 Punkten - Holger

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