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Album-Reviews

Scumpies - "Zahn Der Zeit" (Eigenvertrieb)


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Scumpies
Als ich die Scumpies im Jahre 2002 das erste Mal im Bremer Wehrschloss im Crash Cafe spielen sah und hörte, vielleicht war es sogar der erste Auftritt der Band, da waren die drei Jungs geschätzt so gerade um die 18 Jahre alt. Man merkte ihnen bei aller Unsicherheit allerdings schon an, dass durchaus Potential in ihnen steckt. Neben einigen Eigenkompositionen gaben sie an dem Abend, daran erinnere ich mich noch, eine nicht schlechte Coverversion von Poperklopper zum Besten.
So populär wie deutschsprachige Musik zur Zeit auf dem Mainstream-Sektor auch sein mag, geschmackliche Attentate wie Mia oder Wir Sind Helden belästigen uns ja ständig wieder mit neuem geistigen und musikalischen Dünnschiss, so selten sind doch die Neuerungen in der Deutschpunkszene, zumindest solche die außer „haut den Bullen auf die Schnauze“- Plattitüden und gequälten 3-Akkorde-Songs noch etwas mehr zu bieten haben. Meist greift man dann auf altbewährtes von Dritte Wahl, Rasta Knast u.a. zurück.
Die SCUMPIES sind seit langer Zeit mal wieder ein Lichtblick am dunklen Deutschpunkhimmel. Nun wurde mir letztens, eher zufällig, die Freude zuteil die Jungs mal wieder live zu sehen, in der Bremer Buchte, und ich muss sagen es hat sich einiges getan: Die Band hat Zuwachs bekommen, sie sind mittlerweile zu viert, was den Sound wesentlich breiter und fetter macht, und der Band sehr weiter hilft. Obwohl die Herren, so schätze ich, man möge mich mit Wattebäuschchen blutig schmeißen wenn ich arg weit daneben liege, noch immer recht jung (unter 25) sind, ist ihre Musik und ihre Bühnenpräsenz doch schon wesentlich erwachsener geworden, und mutet, mit Abstrichen, doch schon sehr souverän an. Das hängt sicherlich auch damit zusammen, dass man in der jüngsten Vergangenheit die Bretter auch schon mit Bands wie den Mimmis, Smoke Blow und den eigenen Vorbildern ZSK teilen durfte.
"Zahn Der Zeit" ist das zweite Album der Jungs aus Weyhe, einem mondänen Bremer Vorort, und ist genau wie sein Vorgänger "Punkrockfabrik" in Eigenproduktion entstanden. Der Sound gelingt außergewöhnlich ausgewogen und klar, manchmal würde ich ihn mir noch etwas dreckiger wünschen, aber für den selbstauferlegten Anspruch melodischen Deutschpunk zu machen ist das absolut o.k. Gute Backvocals runden die melodiöse Stimme von Sänger und Gitarrist Malte ab, textlich präsentieren sich die Jungs durchdacht und schaffen es, nicht in stumpfe Parolenschreierei abzudriften. Einige Songs, wie z.B. "Die Nadel" und "Riot" haben absoluten Ohrwurmcharakter.
Ich weiß nicht warum der Deutschpunk, vor allem der politische, in der Vergangenheit so ein schlechtes Renomee genoss, in den heutigen Zeiten müsste das eigentlich anders sein. Die Scumpies beweisen, das Punkrock mit deutschen Texten nicht immer musikalisch schlecht und textlich platt oder nur Rumkasperei sein muss, sondern dass es auch anders geht. U.a. beweisen sie dies im Anti-Heisenhof-Song "Sonntagslied". Schön das es wieder eine Band auf diesem Sektor gibt, die aus Bremen und umzu kommt, haben erfolgreiche Deutschpunkbands in diesen Breitengraden doch eine lange Tradition (Mimmis, Korrupt u.a.).

8,5 | 10 Punkten - Nille

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Kiel ist nicht nur unser Tor nach Skandinavien sondern auch das Nest von Smoke Blow. Jeder sollte die durchgeknallten Kieler schon einmal gesehen haben - coole, asige Liveshow garantiert. Vor einiger Zeit war es mal wieder soweit und die Rauchblase war in Bremen. Logischerweis wollten wir uns das nicht entgehen lassen und folgten dem Ruf der Punkrocker...
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