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Album-Reviews

Eskimo Baby - "Actors Suicide" (Finest Noise)


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Finest Noise
Das scheinbare Warmspielen eines Orchesters inmitten einer überdachten Fußgängerzone bäumt sich nach einer guten Minute zu einem ohrenbetäubenden Stromgitarrenlärm auf, der abrupt in fast schon klangendem Gesang mündet. So beginnt das neue Album der Magdeburger Formation ESKIMO BABY, die es nun auch schon seit 17 (!) Jahren gibt. Gerade als der geneigte Zuhörer sich hat einlullen lassen, durchbricht brachiales Geschrei die beruhigenden Wiederholungen und mündet in teilweise dissonanten, unglaublich lauten und kreischenden Gitarrenriffs. Nichts für schwache Nerven!
Die ehemalige Punkband, die sich auch schon an HC und Trash versuchte, hat sich nach diversen Umbesetzungen und Soloabstechern vorgenommen, erwachsen zu werden. Das ist zweifellos zu hören, ACTORS SUICIDE ist nichts für Schnullerbacken. Komplex verworrene Songstrukturen schaukeln sich immer wieder zu mannshohen Geräuschwänden auf, um dann plötzlich und unerwartet in brachialem Soundgewitter zu kulminieren, sogleich aber wieder in mitreißend traurigen Gefühlsstrudeln fast bis in Luzifers dunkles Reich abzusteigen. Immer dann, wenn sich der Hörer von den schaurig-traurigen, fast gebetsmühlenartig wiederholten Emo-Parts hat runterziehen lassen, und das Gefühl hat von der stimmungsvollen Atmosphäre umhüllt worden zu sein, wird die Gewohnheit jäh durch ein krachendes Gewitter um Gnade flehender Gitarren durchbrochen, die in tiefster Seele weh tun, und vorsätzlich unvorstellbare Pein auslösen! Zwischendurch sind auch immer mal wieder Melodien zu erkennen, die aber nur eine trügerische Ruhe vorheucheln, denn wenn einen nicht bald die schrägen Gitarrenriffs, die immer von einem sehr präsenten und gradlinigen Basslauf unterstützt werden, aus den schaurigen Träumen holen, dann ist es die nächste gesangliche Hardcore-Schrei-Attacke. Aber sicher fühlen sollte man sich nie!
ESKIMO BABY haben dieses 8 Stücke (37 Minuten) umfassende Geräusch-und Feelings-Epos bei niemand geringerem als Guido Lucas (Fischmob, President Evil, Smoke Blow u.a.) in dessen Bluebox-Studio in Troisdorf aufgenommen, und bewegen sich auf sehr eigenen Pfaden, irgendwo zwischen dem guten alten Mid-West-Emo, Noise-Rock und Hardcore-Einflüssen, was sie immer mal wieder mit Stoner-Parts garnieren. Das Cover, auch das wird gewollt sein, ist sehr spartanisch gehalten, und besteht nur aus Vorder-und Rückseite, auf der die spärlichen Informationen möglichst klein gedruckt wurden. Ein bemerkenswertes, schaurig-schönes Musikwerk, daß bei aller Gewöhnungsbedürftigkeit doch zu gefallen mag. Nicht jedermanns Sache, aber in jedem Fall hochinteressant für alle diejenigen, die mal etwas hören wollen, was sich stark aus dem schubladisierten sonstigen Einheitsbrei abhebt. Für dunkle, melancholische Winterabende wie geschaffen.

8 | 10 Punkten - Nille

Reviews zum Thema "Eskimo Baby"

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Nur ein Jahr nach „We are the mess“ kredenzen uns Castop-Rauxels Finest ihren neuen Longplayer, welcher „Crystals“ betitelt wurde und in einem erwachseneren, edleren Outfit daherkommt...
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Eskimo Callboy - "We Are The Mess"

Zugegebenermaßen habe ich eine ganze Weile gebraucht, um mich in das neue Werk dieser Trümmertruppe aus Castrop-Rauxel reinzuhören. Die Scheibe ist definitiv nicht so eingängig wie der Erstling „Bury Me In Vegas“...
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Gwen Stefani - "Love.Angel.Music.Baby"

Woran denkt man zuerst wenn man den Namen Gwen Stefani hört? Die meisten werden da sicherlich chronische Blasenentzündung und schweres Nierenleiden antworten. Oder kann sich jemand erinnern die Gute jemals nicht bauchfrei gesehen zu haben?
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Interviews zum Thema "Eskimo Baby"

Eskimo Callboy

Kurz vor ihrem Auftritt in der KuFa Krefeld hatten wir das Vergnügen, Kevin und Sushi von Eskimo Callboy einige Fragen stellen zu dürfen. Das Gespräch dauerte dann deutlich länger als veranschlagt, hat allerdings extrem viel Spaß gemacht...
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JudasVille

Abseits der ausgelatschten Pfade des skandinavischen Rotzrocks und Punk'n'Rolls schicken sich dieser Tage die vier Holländer von JudasVille an, uns mit ihrem Debüt-Album „Welcome To JudasVille“ ihre durchweg gelungene Interpretation von hartem, dreckigen Rock'n'Roll vorzustellen...
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Live-Reviews zum Thema "Eskimo Baby"

Tenacious D - Hamburg - Sporthalle (12.10.2012)

Auf diesen Moment haben mein Kumpel Roy und ich jahrelang gewartet: The D in Deutschland! Ehrensache, dass wir in Hamburg am Start sind. Zehn Jahre nach Erscheinen des Debüt-Albums nun also die erste Deutschland-Tour...
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Stonewall Noise Orchestra - Bremen - MS Treue (06.11.2011)

Sonntage sind meistens grausame Tage. Entweder hat man Nachwehen vom Wochenende oder man <Ironie>freut sich</Ironie> auf die kommende Arbeitswoche oder man halt eine Kombination aus beiden. Unabhängig jeglicher Tagesform gab es an diesem vernebelten Sonntagabend Besuch aus Schweden auf dem Betonschiff MS Treue...
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Emil Bulls - Münster - Sputnikhalle (19.05.2013)

Ja, ja, SCHON WIEDER die Emil Bulls. Ungefähr Drölfmal live gesehen in den letzten Jahren. Aber egal...
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