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COR - "Seit ich die Menschen kenne, liebe ich die Tiere" (Rügencore)


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Rügencore
Die vier Rügener TrashCORer veröffentlichen im März (VÖ: 06.03.09) ihr mittlerweile sechstes Album in sieben Jahren, das beste der Bandgeschichte wie sie selbstbewusst aber nicht unbedingt überraschend behaupten. Es geht wohl jeder Band so, dass sie ihr aktuellstes Werk für das bisher beste hält, wäre auch merkwürdig wenn nicht.

Gewohnt kompromisslos geben sich COR auch bei diesen neuen 14 Stücken, die wieder in klassischer Albummanier angeordnet sind, nachdem das Vorgängerwerk „Prekariat“ noch als Konzeptalbum angeordnet war, von der Band selbst „Rockoper“ genannt.

Wie bisher auch schon lassen sich COR auch auf diesem Album nicht in irgendwelche Genreschubladen einordnen, Stilelemente von Punk, Hardcore und Metal werden gekonnt miteinander vermischt, in „Geld“ und „In Beton“ schafft es die Band sogar ihre harten Elektrogitarren mit beswingten Bläsereinsätzen zu kombinieren. Leider beinhaltet der Song „Geld“ die für meinen Geschmack einzige schwächere Stelle auf diesem Silberling, der Refrain ist für meinen Geschmack musikalisch etwas zu einfallslos ausgefallen. „Geräusch“ lässt sich Melodic Punk unterstellen und Sänger Friedemanns raue, hart klingende und kraftvolle Stimme wird in einigen Songs, vor allem im Rock´ N Roll-Song „Freiheit“ von einer Frauenstimme unterstützt, was einen herrlichen konträr klingenden Effekt erzeugt. Nimmt man also zum Maßstab, dass sich die Band in ihrer musikalischen Bandbreite noch stärker diversifiziert hat, so kann man die These, es handle sich um das beste bisherige Album der Band durchaus unterschreiben, nicht zuletzt überzeugt auch die schnörkellose Produktion.

Textlich bleiben COR sich ihrer Linie treu, der Grundtenor heißt nicht „man muss sich nicht alles gefallen lassen“ sondern „wir lassen uns gar nichts gefallen“. Der Opener „AntiPop“ prangert die gleichgeschalteten und Brechreiz erzeugenden Produkte der Popmusikindustrie an, der direkt folgende 50 Sekunder „DIY“ hält auch gleich eine passende Alternative bereit: eigene Band gründen! Der Titelsong „Das Tier“ und vor allem „Engel“ behandeln das Thema der sexuellen Gewalt an Kindern und die daraus folgenden seelischen Schädigungen. COR prangern soziale Missstände (jetzt hat mich die Rechtschreibreform doch erwischt!) an, tabuisieren nichts und fordern Aufrichtigkeit. „Die einzige Sünde ist Feigheit“!(„Sünde“)
Wer diese Band jemals live gesehen hat, weiß, dass diese Truppe nicht nur labert sondern auch absolut authentisch vorlebt. Anders sein als die breite Masse ist kein Makel, sondern beweist Mut und Rückgrat.
Das aber selbst die vier Jungs von Deutschlands größter Insel, die übrigens ihr Booking und ihren Vertrieb schön in eigener Hand behalten, erschienen ist die hier rezensierte Platte auf dem bandeigenen Label „Ruegencore“, nicht ganz ohne Vorbilder auskommen, beweist der Song „Gott“, ein Tribute an Motörhead, in dem Lemmy als eben jener benannt wird.

„Seit ich die Menschen kenne, liebe ich die Tiere“ ist tatsächlich ein äußerst gelungenes Stück harter Musik, gewiss die beste Platte, die diese Truppe je gemacht hat. Der Bonustrack „Viva Vinyl“ zeigt dann abschließend auch noch mal deutlich die Bodenständigkeit der Band, und gibt uns die Beruhigung, dieses Album auch in schwarz erwerben zu können.

Anspieltips: Das Tier, Gott, Geräusch

9 | 10 Punkten - Nille

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