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Limbogott
Sie sind herrlich schön krank, schräg und höllisch laut! Ihre Musik besitzt eine gewisse Schizophrenie und hinterläßt eine äußerst bizarre Wirkung. Doch gerade diese drogenschwangere Erscheinung macht die norddeutsche Formation Limbogott zu etwas einmaligem. Ein bißchen Manson, ein Schuss Ministry und einige Tropfen Nine Inch Nails würzen das powervolle Gebräu des Limbogotts, der mit One Minute Violence sein erstes Opfer hinterläßt.
David Hasselhoff scheint mit seinem nervtötenden Limbo Dance jedenfalls nicht der Namenspate gewesen sein, wie Lard Mason (Gesang, Programming, Sythies) schnell dementieren kann. „Das Ganze entwickelte sich im Laufe einer mörderisch langweiligen Wirtschaftsstunde. Aus dem Unterbewußtsein heraus malte ich sonderbar eigenartige Zeichnungen in mein Schulheft und erstellte dabei ein eigenartiges Geschöpf unter dem wenig später das Wort Limbogott stand. Ich war fasziniert von diesem Wort, fortan war es für uns das Synonym für alles schräge, kaputte, freakige und ganz besonders eine Art der Erklärung für das Durcheinander in meinem Kopf.“ Lard spielte in den Neunzigern zusammen mit Sonic (Gesang) bei der Dark Wave Formation The Caves, doch man entwickelte ein immer größer werdendes Faible für harte Musik und begann alsbald mit neuen Leuten sich seiner neuen Liebe, dem Industrial Metal, hinzugeben. „Anfangs war es nur die Faszination an der Fusion aus Samples, Lärm und Metalriffing. Mein Hirn schrie nach kaputter, wilder und emotionaler Musik! Wir wollten Teil dieser neuen Bewegung werden.“ Entsprechend wild und ungehemmt darf man sich die Bühnenpräsenz von Limbogott vorstellen. „Es macht uns tierisch Spass uns zu verkleiden, ich liebe es mich auf der Bühne total zu verausgaben und alles in Schutt und Asche zu legen“, erwiedert der Frontmann.
Führt man sich Songtitel wie Rockstar Dick, Fuck Inc. oder Razormuschi vor Augen, so dürfte noch einmal klar werden, dass Limbogott keine normale Combo ist. „Es geht in Razormuschi um eine Nacht, die ich auf einer Open Air Goa Party verbracht habe. Der Song ist eine Erinnerung an die Erlebnisse dieser Nacht die in mir ziemlich gegensätzliche Gefühle wach werden läßt“, erklärt Lard geheimnisvoll. Limbosonic holt noch etwas weiter aus. „Wir sind keine Band mit einer besonderen Message, schon gar keiner politischen. Alle unsere Songtexte sind sehr persönlich. Es geht um Erlebnisse, Beziehungskisten, Gefühle, Wut, Trauer und Gedanken, die man sich über enge Freunde macht. Wir haben auch ganz bewusst auf eine Textbeilage verzichtet, weil ein zu intensives Auseinanderpflücken der Songtexte einige Fragen im Umfeld der Band aufwerfen könnte, die ich nicht beantworten möchte. Man soll sich ein eigenes Bild machen können und seine eigene Interpretation finden.“ Der Spass scheint trotz allem hoch im Kurs zu stehen, ebenso der Hang zur Provokation, den dieser Sound nunmal benötigt. „Wir sehen uns als sicke, durchgeknallte Jungs an, die den Soundtrack ihres eigenen Lebens zum Besten geben. Da liegt man mit dem Begriff Metal in Bezug auf Power, Lautstärke, Aggression und Lebensgefühl schon verdammt richtig. Limbogott ist definitiv ein Szenen übergreifender Act!“
Das sind sie wahrlich und sie machen tierisch Laune. One Minute Violence klingt frisch und fanatisch, man spürt dass Freaks am Werk waren und genau das machen, worauf sie Bock haben.

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Limbogott
Interview Markus Wosgien

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