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Tyler
Österreich ist ja eher für filigrane Klassik als für erdigen Rock'n'Roll bekannt. Das schreckt allerdings die Herren von "Tyler" aus der Donaumetropole Wien nicht davon ab, uns mit Ihrem Debüt-Album "Don't Play" vorzuführen, dass sich bei unseren südlichen Nachbarn durchaus wieder etwas zusammenbraut.

Hallo, zunächst einmal Glückwunsch zu Eurem Debüt-Album "Don't Play" – kann man ja nur als gelungen bezeichnen. Wie waren denn die ersten Reaktionen darauf bisher?

Moritz: Danke! Hauptsächlich sehr positiv, was uns natürlich stolz macht. Die Kritik war auch meistens sehr konstruktiv. Zerrissen hat uns kaum jemand.

Aber stelle doch bitte Dich und die Band einmal kurz vor. Da soll es ja erst kürzlich zu Umbesetzungen gekommen sein.

Peter: Die Band wurde zunächst mal ernsthaft ins Leben gerufen als ich und Markus Adamer im Herbst 2003 zur Band stießen. Nach meiner professionellen Arbeit als Sideman in den verschiedensten Projekten war es mal wieder was Neues, in einer richtigen Band zu sein, in der Freunde einfach viel Zeit miteinander verbringen und einfach ihre Musik machen. Nach und nach bin ich in die Sache reingewachsen und ich hab immer mehr Gefallen daran gefunden. Bei Markus hat sich dieser Prozess nie so ganz eingestellt; nachdem wir vor 3 Monaten getrennte Wege gingen, hat Alex Pohn die Band komplettiert um sie nun mit seinem Talent als auch seinem ungeteilten Enthusiasmus zu bereichern.

Der Titel Eures Albums, "Don't Play", verwirrt mich etwas. Wollt Ihr ernsthaft, dass man die Scheibe nicht abspielt?

Moritz: Die ironische Doppelbedeutung hat uns gereizt. Eigentlich handelt der Song „Don’t Play!“ von Frauen, die gerne mit einem spielen, was manchmal ziemlich an die Substanz gehen kann. Also frei übersetzt: Spiel nicht mit mir!

Welches Stück auf dem Album ist denn Deiner Meinung nach das Gelungenste?

Moritz: Das sind alles unsere Babys. Es gibt zwar immer Dinge, die man nachher anders gemacht hätte, aber wir haben das Album abgeschlossen und sind sehr zufrieden mit ihm. Da ist dann kein Song gelungener als der andere. Vielleicht haben wir nach dem nächsten Album solche Meinungen, aber jetzt spielen wir alle Songs mit Freude live und arbeiten im Proberaum weiter, auch an neuem Material.

Beim Versuch Euch stilistisch einzuordnen, tat ich mich recht schwer. Man könnte fast schon sagen, dass bei Euch die beliebte Floskel, dass Ihr Euch in keine Schublade pressen lasst, ausnahmsweise mal wirklich stimmt. Wenn wir denn nun doch eine Schublade bräuchten, wie würde die heissen?

Moritz: Man kann es durchaus Rock nennen, der für uns eine der vielen Spielarten des Pop ist. Allerdings denken wir bei der Entstehung unsere Musik nicht an diese Kategorien. Das was raus kommt, kommt raus. Wir alles Mögliche einfließen was uns prägt, oder auch nur streift. Wenn man das Album intensiv hört, kommen einige Stilrichtungen zutage, die man beim ersten Hinhören wahrscheinlich nicht mitbekommt. Wir hören auch alle privat verschiedenste Musikgattungen, -stile.

Hier im Norden kriegt man ja recht wenig mit, was bei Euch in Österreich so Rock'n'Roll-technisch gerade los ist. (Wenn ich mich recht erinnere, haben sich hier in Bremen letztes Jahr mal die Kollegen von "Julia" blicken lassen und das war's dann auch schon.) Also, was braut sich bei Euch da unten gerade so zusammen?

Moritz: Das Gefühl lässt uns nicht los, dass nach einigen Jahren relativen Stillstands der österreichischen Musikszene, die elektronische Ecke, Jazz und Klassik mal ausgenommen, die Zeit reif ist für eine Art friedlichen Generationswechsel. Unsere Community stärkt sich, und es wird interessant werden ein Auge auf Österreich zu werfen. Wir sind froh ein Teil davon zu sein.

Wie sind Eure weiteren Pläne für dieses Jahr?

Moritz: Gigs, Gigs, Gigs und in Proberaum und Studio Neues machen. Im Herbst geht’s dann auch nach Deutschland. Die Dates werden sicher ab Ende August auf unserer Homepage zu erfahren sein.

Welches musikalische Erlebnis hat Dich bisher am stärksten geprägt?

Moritz: Wahrscheinlich der Moment, als ich zum ersten Mal Musik gehört hab. Das war aber schon im Mutterleib. Abgesehen davon waren es danach extrem viele, sodass mir wirklich kein adäquates Beispiel einfällt.

Was macht Ihr so in Eurer Freizeit? Womit verdient Ihr Euer Geld und habt Ihr noch andere Hobbys neben der Musik?

Moritz: Lukas ist Produzent und Studiomusiker, Peter ist als Bassist in Österreich äußerst etabliert und wird dementsprechend oft als Live- und Studiomusiker gebucht; Alex ebenso, außerdem unterrichtet er auch Schlagzeug, und ich bin zwar auch in andere musikalische Projekte verstrickt, jobbe und studiere aber auch.

Die beliebte Choose-Your-Favorite-Frage: "Simpsons" oder "South Park"? "MacGyver" oder "Ein Colt für alle Fälle"?

Moritz: Hey Moe! Gib mir’n Duff und ein Taschenmesser!

Und nun – wie immer - noch unsere obligatorische Frage zum Abschluss: Nenne mir bitte Deine drei Lieblingsorte auf Mutter Erde.

Moritz: Da man als Musiker irrsinnig oft in verdunkelten Studios, Proberäumen und Clubs sein Leben fristet, ist die Hauptsache dass dort die Sonne scheint und es Frischluft gibt. Wir sind ja genügsam.

Vielen Dank für das nette Interview.

Dank retour!

Links:
Tyler
Interview Holger

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