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Interviews

Smoke Blow
Smoke Blow haben schon das ein ums andere Mal unter Beweis gestellt, dass man auch im hohen Norden der Republik kräftig rocken kann. Schließlich haben sich die Kieler mittlerweile schon zu mehr als einem Geheimtipp der Szene hochgespielt. Vor dem Gig im Bremer Tower bot sich uns die Gelegenheit, mit Sänger Jack Letten ein paar Worte zu wechseln.

Mit Touraktivitäten war es ja bei euch in letzter Zeit nicht so viel. Ist da was geplant für die nächste Zeit?

Wir streuen das im Moment so etwas. Meistens verlängerte Wochenenden. Eine Woche Tour am Stück machen wir momentan nicht.

Was ist euch denn bei Konzerten lieber: Selbst als Headliner oder eher als Support bei größeren Geschichten?

Das hat beides seinen Reiz. Wenn wir allein spielen kommen die Leute wegen uns und das ist natürlich geiler. Das andere ist vor größerem Publikum und es ist natürlich auch aufregend zu versuchen, die auf deine Seite zu ziehen. Hat beides seine Vor- und Nachteile.

Wenn ihr es euch aussuchen könntet – mal Kohle außen vor – nur kleine Clubs zu spielen oder große Stadien, was wäre euch da lieber?

Das Ideal einer jeden Band ist es natürlich so viel Publikum wie möglich zu erreichen. Also demnach schon große Stadien. Aber das wäre irgendwann auch echt schade, weil die Atmosphäre in so einem kleinen Club ist halt nicht zu toppen. In einem Stadion, wenn 60000 Leute deine Songs mitsingen, ist aber auch nicht zu verachten.

Apropos Songs: Euer neues Album „Dark Angel“ ist jetzt ja schon eine Weile draußen. Welcher Song ist denn auf dem Album dein Lieblingssong beziehungsweise liegt Dir am meisten am Herzen?

Jetzt im Nachhinein hat sich für mich „Unbroken“ als das Highlight herauskristallisiert. Ansonsten würde ich sagen, die ganze Platte. Wir sind ja eine Band die Platten macht, die man halt mal durchhören sollte. Darin liegt dann der Reiz.

Wie ist denn die Problematik mit den Labels? Mehr und mehr Bands werden ja heutzutage gedroppt, wenn sie nicht die magische Zahl an Verkäufen hinter sich haben. Gerade die Halb-Majors droppen ja wie die Weltmeister zur Zeit. Wie seht ihr als Band das denn? Ist euch das im Grunde scheißegal, ihr nehmt auf wo ihr Bock drauf habt und sagt mal gucken, was passiert. Oder muss man sich so ein bisschen labelpolitischen Dingen unterordnen?

Wir gar nicht. Wir sind beim mittelgroßen Indie-Label und wir sind eine Band die immer verkauft hat und immer von Platte zu Platte ein paar Hundert, ein paar Tausend Stück mehr verkauft haben. Aber verkaufszahlenmäßig geht das bei uns ja eh nicht so durch die Decke. Nee, da machen wir uns eigentlich gar keine Gedanken. Den größten Druck machen wir uns da eigentlich selbst, dass wir eine gute Platte machen wollen, die uns halt gefällt, die gut durchgeht, eingängig ist und mit der wir die Platte davor ein bisschen toppen können auf eine gewisse Art und Weise.

Wie wichtig ist denn für euch bei einem Album sowas wie Studio- und Produzentenwahl? Gibt es da so einen Soundguru, wo ihr sagt, dass ihr da unbedingt mal hin müsst?

Ja klar ist das total wichtig. Es wäre natürlich mal reizvoll mit irgendsoeinen tollen Produzent zusammen zu arbeiten – klar, da gibt es schon einige, aber wir machen das ja alles selbst und das hat sich alles über die Jahre schon so eingespielt. Letztendlich können wir das ganz gut alleine und haben auch am meisten Zeit dafür. Das Problem ist ja, dass wir aufgrund unserer Berufstätigkeit relativ eingeschränkt sind. Wenn Du eine gute Platte machen willst brauchst Du einfach auch Zeit. Du kannst nicht einfach bei einem großen Produzenten ein Studio buchen. Schon allein für den Gesang brauche ich 3 bis 4 Wochen. Das ist einfach unmöglich. Das Budget haben wir nicht.

Bei eurem letzten Album hatte auch Bela B. die Finger mit im Spiel. Wie ist denn die Sache zustande gekommen?

Ja, der wohnt hat in Hamburg und geht da auch regelmäßig auf Punk-Konzerte und kann sich da auch da ganz gut blicken lassen ohne jetzt groß belästigt zu werden. Da ist halt kein Bravo-Publikum. Und da hat er uns halt gesehen und ausgecheckt, ist nochmal gekommen und dann ist E-Mail-technisch der Kontakt zustande gekommen. Wir wurden von den Ärzten eingeladen zu so einer kleinen Fernsehshow bei Viva, die sie da veranstaltet haben und da hab ich ihn halt gefragt, ob er Bock hat mitzusingen. Und fertig. Alles ganz unkompliziert.

Was hat denn Smoke Blow für einen Anteil in deinem Leben? Hauptberuflich bist ja in einem anderen Bereich unterwegs. Ist das mehr so ein „Wochendprojekt“ oder ist das schon soweit, dass man daran denkt jobmäßig etwas kürzer zu treten?

Das ist schon ein sehr, sehr ausgedehntes Hobby. Das müssen wir halt unseren Jobs unterwerfen – damit verdienen wir unser Geld. Mucke ist nur just for the fun of it. Damit verdienen wir nicht dick die Kohle. Damit finanzieren wir unser Studio, kaufen uns neue Sachen und zahlen uns vielleicht mal nach einem Wochenende einen Fuffi aus. Mehr ist da durch die Band nicht zu holen. Das wird wohl auch in diesem Leben nicht mehr möglich sein, von der Band zu leben.
Es ist ein großer und wichtiger Teil meines Lebens. Es ist auch manchmal ein Hobby das sehr gefährlich ist und einen böse verschlingen kann. Es gibt schon Phasen, da kriegt man schon mal Probleme mit Job, Familie und Band nebenher. Das ist schon ein Monster geworden, das sehr zeitaufwändig ist und sehr viel Nerven kostet.

Wie ist denn die internationale Präsenz von Smoke Blow? Wird die Platte international vertrieben?

Nein, nur Deutschland, Österreich, Schweiz und ein bisschen Holland und England. International ist überhaupt nicht dran zu denken. Zeittechnisch ist das nicht machbar. Nächstes Jahr wollen wir verstärkt Österreich, Schweiz und Süddeutschland machen. Wir sind froh, wenn wir überhaupt in Deutschland präsent sein können. Mehr ist einfach nicht möglich.

Irgendwelche Open-Airs geplant für nächstest Jahr?

Ja, da ist einiges in der Mache. Das sind noch ungelegte Eier, aber da werden schon nettes Sachen dabei sein, denke ich.

Ende des Jahres ist ja immer Zeit der großen Rückblicke. Was ist den aus deiner Sicht das Album des Jahres 2005?

Ich bin eigentlich momentan nicht so drin in der aktuellen Musikszene, dass ich mir ständig neue Platten hole. Ich lebe da eher in der Vergangenheit. Ich höre halt viele Sachen aus den frühen Achtzigern; viel Hardcore und alte Pop-Sachen. Das ist eher so meine Welt. Sachen die aktuell sind gehen mit am Arsch vorbei. Mir gehen die ganzen gestylten Scheiß-Bands auf den Sack. Da ist nichts, was mich von Hocker reißt. Es beschränkt sich zur Zeit in der Musikszene alles auf Post-Punk, Pop-Punk und sonstwas. Es ist alles das Selbe, alle kochen an einem Süppchen und demnach interessiert mich das alles nicht. Den neuen Madonna-Song finde ich gut, diesen Disko-Feger. Das ist für mich der Song des Jahres.

Dein Tipp, wer wird 2006 Fußball-Weltmeister?

Auf jeden Fall nicht Deutschland. Mir geht das ganze Gedöns mit der Nationalmannschaft am Sack vorbei. Mich interessiert nur Holstein Kiel. Wenn Holstein Kiel nächstes Jahr in die zweite Liga aufsteigt, ist mir das wichtiger, als dass Deutschland Weltmeister wird. Und Holstein wird aufsteigen - mit meiner Unterstützung.

Links:
Smoke Blow
Interview Jens Krause & Holger

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