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Long Distance Calling
Seit einigen Jahren wirbelt Long Distance Calling in der hiesigen Musikszene. Die Instrumental-Postrocker aus Münster haben mit ihrem aktuellen Output für einiges Aufsehen in der Szene gesorgt. Die überaus grandiosen Silberlinge und die wirklich überzeugenden Livegigs der Truppe sind aber nur zwei Gründe sich ein wenig näher mit der Band zu beschäftigen und sich mit ihnen zu unterhalten, aber lest selber...

Hi Jan, stell Dich und die Band bitte kurz vor.

Hey, ich bin Jan, der Bassist von Long Distance Calling

Erzähl mir bitte ein wenig über die Bandgründung und die erste Zeit der Band.

Wir haben uns im Jahr 2006 zusammengefunden und seitdem entwickelt sich die Band immer weiter, es ist nach wie vor spannend und macht sehr viel Spaß. Wir wollten am Anfang eigentlich nur ein bisschen zusammen jammen, daraus ist dann nach und nach „eine richtige Band“ geworden, das war so eigentlich nicht geplant und wir freuen uns über das tolle Feedback!

Wenn man Euch bei youtube sucht – dann findet man immer recht künstlerische Videos. Wie kommt es zu diesen Ideen, wer ist dafür verantwortlich?

Also es gibt nur zwei offizielle Clips von uns. Der eine ist „Jungfernflug“ vom Debütalbum, dieses Video hat ein Bekannter von uns gemacht und war eine Heidenarbeit, es besteht aus zehntausenden von einzelnen Fotos, der zweite Clip ist „Into The Black Wide Open“, ein recht mystisches Video, das die Stimmung des Songs perfekt einfängt. Alle anderen Clips wurden von Fans gemacht, deshalb kann ich wenig zu der Intention dahinter sagen.

Bei Eurem Debüt „Satellite Bay“ habt Ihr mit Peter Dolving (The Haunted) gleich einen super Gastsänger. Wie kam es zu der Idee einen Gastsänger zu engagieren und wie fiel die Wahl auf Peter?

Es hat sich damals einfach ergeben, wir waren mit Peter in Kontakt und stehen alle auf The Haunted, wir wussten aber auch, dass Peter weit mehr drauf hat als nur zu schreien, deshalb fanden wir das Experiment seht spannend, damit hat auf dem Debütalbum einer Instrumentalband wohl niemand gerechnet

Wie war denn die Reaktion von ihm – bis zu dem damaligen Zeitpunkt kannte man Euch ja nicht zwingend.

Er hat ein paar Songs von uns gehört und meinte auf einmal „ich möchte dazu singen!“, das haben wir uns dann natürlich nicht zwei mal sagen lassen.
Peter ist ein toller und spannender Typ und hat einen wahnsinng breit gefächerten Musikgeschmack.

Beim zweiten Album habt Ihr dann ja mit Jonas von Katatonia einen stilistisch ganz anderen Sänger an Bord, wohingegen beim letzten Album John Bush (Armored Saint, Anthrax) natürlich schon wirklich eine Hausnummer ist - also so für den allgemeinen Musikkonsumenten. Nach welchen Kriterien kam hier die Auswahl und wie verlief es hier?

Eigentlich läuft das immer ähnlich ab, wir setzen uns hin und überlegen wen wir gerne fragen würden, auf dem Album zu singen und dann schreiben wir die Leute einfach an. Sobald wir eine Zusage haben, beginnen wir damit, den Song für den jeweiligen Sänger zu schreiben, das ist für alle Beteiligten eine spannende Sache und hält die Sache frisch und unvorhersehbar. Als wir die Antwort von John Bush bekommen haben, waren wir allerdings echt baff, damit hatten wir nicht gerechnet. Er fand einfach nur unsere Songs cool und hat es deshalb gemacht, nicht weil er was davon hätte, und genau das ist das Coole daran.

Mit dem aktuellen Album („Long Distance Calling“) seid Ihr in den Charts gewesen, was für ein Gefühl war das denn bitte, als die Charts veröffentlicht wurden?

Es war echt krass! Wir waren grade auf Tour in England und wir hatten ehrlich gesagt schon mit einem halben Auge auf die Charts geschielt, da das Album davor sich ja schon gut verkauft hatte. Mit einem Chartentry auf # 36 hätte aber nun mal wirklich niemand gerechnet, auch nicht unser Label, da haben alle gestaunt, wir am meisten!
Wir wissen den Support der Leute total zu schätzen, ich meine, wir reden hier schließlich von einer Instrumentalband mit langen Songs, sowas findet ja man gewöhnlich nicht den Charts, danke dafür!

Gibt es irgendwelche Wünsche in Sachen Gastsänger, irgendwelche Traumbesetzungen?

Das würde hier den Rahmen sprengen ;) Wir haben alle einen sehr unterschiedlichen Geschmack in der Band, wir machen uns gerade Gedanken wie und in welcher Form wir das auf dem nächsten Album machen wollen. Für konkrete Namen ist es aber noch viel zu früh.

Vor kurzem seid Ihr auf Tour gewesen und wie man so lesen konnte, ist diese recht gut gelaufen. Wie ist Deine Einschätzung zu der Tour?

Wir sind sehr zufrieden! In Bremen, Wiesbaden und Bielefeld waren wir ja als Headliner noch nie und wir waren überrascht, dass die Shows dort so gut liefen. Aarau in der Schweiz war auch toll aber Karlsruhe mit fast 500 Zuschauern war einfach der Wahnsinn, damit hatten wir nicht gerechnet!

In Kürze geht es für Euch nach Russland – wie kam jenes zustande und was erwartest Du?

Haha, ich erwarte, dass es sehr sehr kalt wird. Aber im Ernst, wir waren noch nie dort und sind einfach nur gespannt, was uns dort erwartet. Vielleicht kommen 4 Leute, vielleicht 400, man weiß es nicht.
Der Konzertpromoter hat uns einfach angeschrieben und gefragt, ob wir eine kurze Tour dort machen wollen und da wir gerne live spielen haben wir die Herausforderung angenommen.

Wie siehst Du die momentane Musikszene und wen sollte man unbedingt mal antesten – irgendwelche Empfehlungen Deinerseits?

Momentan passiert eine ganze Menge, es ist wirklich spannend. Auf der einen Seite gibt es diese ganzen Retrobands, die nach 60er und 70 Jahren klingen und konträr dazu die jungen, technisch sehr anspruchsvollen Bands. Ich höre allerdings ehrlich gesagt nicht allzu viel neue Sachen, aber auch wenig von den ganz alten (Ausnahme: Pink Floyd), ich bin eher ein Kind der 90er Jahre und habe meine Lieblingsalben wie „Dirt“ von Alice In Chains oder „White Pony“ von Deftones, das wird sich so schnell auch nicht ändern.

Typische letzte Frage – nenne mir drei Deiner Lieblingsorte auf diesem Planeten und erkläre kurz warum...

Ich bin großer Holland Fan, aber auch England mag ich sehr gerne. Diese beiden Orte (auch wenn sie wenig konkret sind) gehören schon mal dazu und dann nehme ich noch das Dorf, aus dem ich komme: Harle.
Und weil´s so schön ist, sag ich als Werder Fan natürlich Bremen.

Links:
Long Distance Calling
Interview Jens Krause

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