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Eisbrecher - Hannover - Capitol (19.02.2012)
Nein, wir haben keinen Sponsoring-Vertrag oder Ähnliches mit Hannover oder dem Capitol. Auf diesen Gedanken kann man allerdings kommen, denn heute ist es für mich bereits die dritte Show in Reihe in Hannover. Und jedes Mal Chartbreaker: Rammstein und die Guano Apes liefern seit Jahren Nummer-1-Alben ab, und die neue Eisbrecher-Scheibe schoss auf einen beachtlichen dritten Platz der Album-Charts. Die jahrelange Arbeit von Alex und Noel Pix macht sich nun also bezahlt. Sänger Alex ist vielen sicher als „Der Checker“ bekannt. Ich verfolge seine Arbeit seit 1999, damals sang er noch bei Megaherz – meine erste Live-Band ( im Vorprogramm der onkelz ). Nun steuert er den Eisbrecher seit einigen Jahren erfolgreich durchs Land und hat damit zunehmenden Erfolg. Als ich ca. 1 Stunde vor Einlass das Capitol aufsuche, hat sich bereits eine beachtliche Menschenmenge zusammengefunden und wartet darauf, dass sich die Türen öffnen. Da ich noch Heisshunger auf Pommes habe, suche ich meinen Lieblingsimbiss auf ( den mit der riesigen goldenen Wurst überm Eingang, Insider kennen das Video / den Zusammenhang ) und stärke mich angemessen für den weiteren Abend. Zurück am Capitol begrüße ich meine Begleitung, den Thorsten. Nach kurzem Schnack macht der Laden auch schon auf und wir begutachten das Merch-Sortiment. Danach sichern wir uns einen guten Platz vor der Bühne, die dann nach ca. 1 Stunde von Lord Of The Lost in Beschlag genommen wird. Die Hamburger werden von Alex Himself angekündigt. Die Musik erinnert immer mal wieder an HIM, was beim schwarz angehauchten Publikum bestens ankommt. Die Lady-Gaga-Coverversion „Bad Romance“ rockt schwerstens, der Song ist ( glücklicherweise ) kaum wiederzuerkennen. Der Sänger geht mit den ersten Reihen auf Tuchfühlung, was der Band weitere Pluspunkte beschert. Jedenfalls brandet nach diesen 45 Minuten mehr als nur Höflichkeitsapplaus auf. Sehr beeindruckende Vorstellung. Und dann macht sich alles bereit für den Eisbrecher. Die hohe Chartplatzierung für „Die Hölle muss warten“ sorgt auch dafür, dass Mainstream-Publikum am Start ist. Jedenfalls drängen sich einige fleischgewordene Eisbrecher nach vorne und an mir vorbei ( sprich: kleine dicke Mädchen im Gothic-Style ), irgendwann habe ich eine ganze Batterie solcher Wuchtbrummen um mich herumstehen. Meine Freundin vergleicht das neue Album mit Unheilig, diese Meinung kann ich nicht teilen. Erst Recht nicht, als die Show beginnt: Ein Hawaii-mäßiges Schunkel-Intro ertönt, dann geht es mit dem Überraschungs-Opener „Exzess Express“ direkt mal in die Vollen. Geiler Auftakt, der Song ist einer meiner Favoriten vom neuen Album und kommt live herrlich roh rüber. Als dann der Klassiker „Willkommen im nichts“ ( auch einer meiner absoluten Lieblinge ) ertönt, sind sämtliche Unheilig-Vergleiche weggewischt: Eisbrecher haben mehr Rock’n’Roll im kleinen Finger als die Unheiligen Gesellen jemals haben werden. Aber nun gut, weiter im Text. Mit „Angst“ folgt ein weiterer Vertreter des ersten Albums, dann folgt eine gute Kombination aus neuen Stücken ( „Verrückt“ ) und Klassikern ( „Antikörper“, „Vergissmeinnicht“, „Leider“ ). Mitten im Set schnappen sich Alex und Jürgen die Akustikgitarre und spielen ein nicht ganz ernst gemeintes Medley aus „Tränen lügen nicht“ und „Winds of change“ ( sehr passend in Hannover ), bei dem sich alle Beteiligten das Lachen nicht verkneifen können. „Danke, dass ihr die Mauer niedergepfiffen habt, Hannover – ganz groß!“ – Die Ansagen von Alex sind wie immer sehr gut. Bei „Amok“ tauscht die Instrumentenfraktion ihre Arbeitsgeräte gegen Drumsticks und Tonnen, auf denen die 4 den Beat des Songs einhämmern. Mal was anderes. Bei richtig gutem Sound ist es ein Genuss, Perlen wie „Die Engel“ oder „Heilig“ zu erleben. Die Songauswahl ist 1A, nur ganz wenige Stücke werden vermisst ( „Gothkiller“ z.B. ). Im Zugabenblock setzt es dann unter anderem noch den alten Megaherz-Klassiker „Miststück“, in den Alex wie immer eine Passage aus Clawfingers „Nigger“ einfügt. Und so endet ein richtig gutes Konzert nach knapp zwei Stunden mit dem Titelsong des aktuellen Albums – „Die Hölle muss warten“. Die ca. 1.500 Zuschauer sind begeistert – und das aus gutem Grund.


www.youtube.com/v/c80IJz8NVvo


Setlist:

Intro
Exzess Express
Willkommen im nichts
Angst
Abgrund
Verrückt
Antikörper
Leider
Herz aus Eis
Amok
Tränen lügen nicht / Winds of change
Die Engel
Prototyp
Vergissmeinnicht
Schwarze Witwe
Heilig
This is Deutsch
Kann denn Liebe Sünde sein?
Ohne Dich
Miststück
Die Hölle muss warten

Eisen-Dieter

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