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Live-Reviews

Refused - Duisburg - Gießhalle (28.04.2012)
"New Noise" kennt jeder und viele reduzieren Refused auf diesen einen Hit, der sie natürlich weltbekannt gemacht hat.
Doch die Jungs hatten seinerzeit und auch vor Auflösung schon andere coole Tracks, die leider nie die Bekanntheit erlangten wie eben genannter. Lag mit Sicherheit daran liegen, dass "New Noise" auch mit Video versehen wurde und im Grunde auf jeder Party, in jedem Club zumindest einmal am Abend gespielt wurde.
Als Anfang des Jahres die Schweden um Refused auf dem Lineup des Coachella Festivals in Kalifornien auftauchten, gab es für die hiesige Szene in Großteilen kein Halten mehr.
Nach ihrer Auflösung Ende der Neunziger waren sie also wieder da, kein neues Material aber live reißen sich die Veranstalter nun um die sympathischen Schweden.
Im Rahmen des Telekom Gigs mit Lagwagon und den Donots bot sich mir die Möglichkeit die Jungs in Duisburg mal live zu betrachten. Man konnte hier keine Karten kaufen, sondern nur irgendwie gewinnen, das aber nur als Nebeninfo.
Die Telekom ließ sich nicht lumpen und bot mit der Gießhalle im Landschaftspark in Duisburg-Nord eine Location der Sonderklasse.
Wo vor Jahren noch Eisen aus dem Hochofen floss, spielen nun Bands.
Im Grunde habe ich noch nie so eine stilechte Location gesehen. Man kann sagen, dass es sich um eine überdachte Open Air Variante handelt, aber schaut Euch das mal selber im Netz an. (www.landschaftspark.de/der-park/giesshalle)
Da das Wetter verdammt angenehm war und im Gegensatz zu Bremen auch noch ein paar Grad wärmer, fanden wir uns nach Ankunft und problemloser "Gästelistenbehandlung" im Getränkebudenpark wieder, wo es erstmal ein Kaltgetränk gab, bevor sich dann die Location genauer angeschaut wurde.
Lagwagon, welche mich noch nie so recht vom Hocker gerissen haben, fingen derweil an und kamen bei dem buntgemischten, aber recht jungen Publikum ziemlich gut an.
Ich habe mir einige Lieder angeschaut, aber wie schon erwähnt, fand ich da die Getränkebuden und die Location selber interessanter. Das was ich gesehen habe, kam sympathisch rüber, die Jungs um Frontsau Joey Cape kredenzten ihren Punkrock und waren mehr als ein würdiger Opener...
Der ganze Abend war moderiert - logisch, war ja auch eine Veranstaltung der Telekom.
Wer besonders gut auf der Bühne bellen konnte, oder sich mit irgendwelchen Witzen zum Horst gemacht hat, konnte irgendein Smartphone (ich glaube HTC war spendabel) gewinnen.
Dann wurden die Donots angekündigt und kamen mit bester Laune auf die Bühne. Sänger Ingo, der ja eh ein Dauergrinsen auf den Backen hat, hatte heute gleich noch einen Grund mehr zu grinsen, denn das neue Album der energiegeladenen Donots - auf den Namen "Wake The Dogs" hörend, hat just das Licht der Welt erblickt.
Mit viel Spaß in den Backen, einem guten Sound kamen Perlen wie "High And Dry", das grandiose "Stop The Clocks", "Dead Man Walking" oder halt auch das aktuelle "Wake The Dogs" zum besten. "We're Not Gonna Take It" markierte das Ende des überzeugenden Gigs (wenn ich mich nicht irre und das recht entsinne).
Daumen hoch für die Jungs aus der Nachbarschaft.
Man merkte, dass es nun schon ein wenig unruhig wurde, die Tribüne sich noch ein wenig füllte. Jegliche Gewinnspiele auf der Bühne waren nun nebensächlich, denn die Zuschauer wollten zwingend die Schweden sehen, die vor zwei Wochen bereits auf dem Coachella im Westen der USA überzeugen konnten. Stichwort Coachella, da muss ich glaube ich nächstes Jahr mal hin, sieht nicht nur relaxt aus, auch die Bandauswahl ist ab und an durchaus spannend, atypisch zu den Festivals hier, aber das ist ein anderes Thema...
Ein riesiger Vorhang wurde vor die Bühne gespannt, man konnte ein dezentes "Refused" auf dem Vorhang erkennen und im Hintergrund dröhnten die ganze Zeit irgendwelche spacigen Klangbögen durch die Boxen, die einem dann nach fünf bis acht Minuten auch dezent auf die Nerven gingen. Dann sah man die Band an der Seite auf die Bühne kommen und mit "Worms Of The Senses/Faculties Of The Scull" wurde das Set eröffnet, der Vorhang fiel und Zuschauer gingen steil.
Sänger Dennis Lyxzen konnte mit seinen mehr als dubiosen Tanzeinlagen, die streckenweise in Breakdance-Einlagen abdrifteten überzeugen und die Band hatte mächtig Spaß und meine Befürchtungen, dass sie als Band eher müde sind nach all den Jahren der Abstinenz wurden glücklicherweise nicht bestätigt.
Refused sind nach wie vor ein Livebrett und wissen zu überzeugen.
Kracher wie "Liberation Frequency", "Rather Be Dead", "The Deadly Rhythm" oder das schräge "Refused Are Fucking Dead". Natürlich warteten irgendwie alle Besucher auf das das langersehnte "New Noise" und es wurde dann auch feilgeboten nach einer kurzen Pause und die Leute waren mehr als begeistert.
Jeder kennt den Hit von irgendeiner Party, von irgendeinem Sampler oder als Coverstück von irgendeiner Band...
Gesamtgesehen muss man sagen, Refused are back und sie haben verdammt nochmal Lust auf Gigs. Der Akku ist voll aufgeladen und der Gig war kurzweilig und energiegeladen und in der Location hatte er den richtigen Rahmen.

Danke für den Abend !!!


www.youtube.com/v/ksENNbGPEn4



www.youtube.com/v/oEhZ4wDdnPE


Jens Krause

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