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Live-Reviews

Rob Zombie - Marilyn Manson - Bochum - RuhrCongress (02.12.2012)
Na, das ist ja eine lustige Tour nach Bochum - der Laden hat 2 Anschriften, und ich fahre natürlich erstmal zur falschen. Selbstverständlich ist die Zeit eh schon knapp bemessen, das Ticket hat eine Freundin, die seit ner Stunde vor dem Einlass auf mich wartet, und der Regen durchnässt mich innerhalb weniger Sekunden. Auf der Suche nach einem Parkplatz verliere ich weitere wertvolle Zeit. Mit einer großen Portion guter Laune also betrete ich die Halle, die direkt neben dem Starlight Express liegt. Und – alter Schwede, die Halle ist riesig und bereits gut gefüllt. Vielleicht erscheint mir die Halle allerdings auch nur so groß, weil ich am Tag zuvor das Kontrastprogramm mit Motorjesus und President Evil vor – sagen wir – nicht ganz so vielen Leuten hatte. Die Show heute jedenfalls ist seit Längerem ausverkauft, die Halle wird von ca. 5.000 Leuten bevölkert. Mir kommt es allerdings wie gesagt mehr vor.

Das Vorprogramm sollte ursprünglich Jonathan Davis ( der Sänger von Korn ) bestreiten, der momentan unter dem Pseudonym JDevil einen auf DJ macht. Daraus wurde jedoch nix, da er sich vor einigen Wochen verletzt hat. Als Ersatz sollte Sid Wilson von Slipknot einspringen.
Mit dieser Erwartungshaltung ging ich dann auch in die Show, und als die Uhr 20.00 zeigt, geht auch das Licht aus und ein unheilvolles Intro erklingt. Dann fällt der Vorhang und auf der Bühne steht – Marilyn Manson. Also kein Vorprogramm. Soll mir recht sein. Den Auftakt machen „Hey, cruel world“ von der aktuellen Scheibe und der alte Klopfer „Disposable Teens“. Die Leute gehen gut mit, der Sound ist laut und drückend – klasse!


www.youtube.com/v/TEQL7QMQWxY


„mOBSCENE“ ist das erste Highlight der Show. Nach jedem Song wechselt Mr. Manson seine Garderobe, das Ganze ist selbstredend ziemlich bizarr und kaputt, aber macht auch unheimlich viel Spaß. So gibt es neben einigen neuen Songs einen schönen Mix seiner Hits, aus dem vor allem „Coma white“ heraussticht – Von der Decke fällt künstlicher Schnee, und der Gesang kommt richtig gut zur Geltung. „The beautiful people“ beendet nach einer Stunde mit Konfetti-Regen eine erstaunlich gute Manson-Show. Licht und Sound vom Feinsten, der Frontpsycho scheinbar gut aufgelegt – wer hätte das gedacht?

Setlist:

Intro Suspiria
Hey, Cruel World
Disposable Teens
The Love Song
No Reflection
mOBSCENE
The Dope Show
Slo-Mo-Tion
Rock Is Dead
Personal Jesus
Sweet Dreams (Are Made of This)
Coma White
King Kill 33°
Antichrist Superstar
The Beautiful People


Dass die Umbaupause nun 40 Minuten in Anspruch nimmt, kann man angesichts der ganzen Bühnenaufbauten gut nachvollziehen. In dieser Zeit verdeckt ein riesiger Vorhang die Bühne, den ein Schwarz-Weiss-Bild von King Kong ziert. Ich stehe allerdings recht günstig und kann schon einen Blick aufs Bühnenbild erhaschen. Was auffällt ist, dass viele Menschen scheinbar wegen Marilyn Manson anwesend sind und sich nach der Show zurückziehen und die vorderen Reihen verlassen. Völlig unverständlich, aber gut für mich und einige andere, die somit bei Rob Zombie weiter nach vorne rutschen.

Um 21:40 Uhr beginnt dann das Zombie-Intro. Ein riesiger Roboter steht auf der Bühne, die Band kommt nach und nach dazu, und als die ersten Takte des Openers „Jesus Frankenstein“ erklingen, öffnet sich der Roboter und Mr. Zombie steigt heraus. Zu ebenfalls bestem Sound klettert er auf eines der zahlreichen Podeste und stimmt in den Song ein – auf seinem Kopf ein Zylinder, an seinem Arm die bereits bekannte mechanische Klaue, die er immer wieder Richtung Hallendecke reckt. Ich muss das noch mal erwähnen, der Sound ist dermaßen gut, dass es wirklich richtig Laune macht. Die Riffs dröhnen in amtlicher Lautstärke aus der PA. Dieses Mal hat der gute Rob auch seine komplette Show dabei ( letztes Jahr in Oberhausen gab es nur die abgespeckte Variante ), das bedeutet einen Haufen LED-Leinwände, Pyros, Konfetti, Feuersäulen und allerlei Monster und Getier auf der Bühne. Die LED-Leinwände zeigen optisch hervorragend zu den jeweiligen Songs passende Sequenzen, dazu wirbelt der Oberzombie immer wieder wie ein Derwisch über die Bretter oder nimmt direkt Kontakt zu den ersten Reihen auf. „Living dead girl“ taucht schon relativ früh im Set auf, es folgt der alte White-Zombie-Klassiker „More human than human“ – Hits am Fließband also. Und zu jedem Song gibt es ein neues Gimmick – sei es ein Gefährt, oder sei es ein überdimensionaler Teufel, der von der Bühne grüßt. Das Drum-Solo kommt bei diesem Sound richtig gut – die Doublebass wummert schön in der Magengegend.

Zu „Sick bubblegum“ wird dann wieder ein ganzer Batzen riesiger Luftballons in die Menge gefeuert, „Scum of the earth“ räumt ebenfalls gut ab ( Hit! ). Gitarrist John 5 spielt kurz „Thunder kiss ’65“ an, bricht aber ab und spielt den Anfang von „Enter Sandman“. Die restliche Band steigt ebenfalls ein, klingt richtig geil als Industrial-Metal-Version. Leider wird der Song nicht zuende gespielt, aber natürlich entschädigt „Thunder kiss“ dafür zu Genüge.
Nach einem ausschweifenden Gitarren-Solo covert die Truppe noch „School’s out“ von Alice Cooper, Robs großem Vorbild.


www.youtube.com/v/0nEDD0ZNcc0


Danach ist der reguläre Part schon vorbei. Dies ist vielleicht dem Umstand geschuldet, dass Robs Stimme angeschlagen ist, wie er eingangs erwähnt. Trotzdem zieht er die Show durch und es gibt noch den Klassiker „Dragula“ als Zugabe, zu dem alle Anwesenden noch mal kollektiv abdrehen und mitgröhlen. Dann ist nach 70 Minuten bereits alles wieder vorbei.

Erfreulich die Tatsache, dass Rob Zombie diesmal nur 1,5 Jahre braucht, um Deutschland einen erneuten Besuch abzustatten ( bei der letzten Tour waren es 16 Jahre ). Das Publikum war eher zurückhaltend ( bei beiden Bands ), trotzdem hat der Abend richtig Laune gemacht. Das lag vor allem an 2 gut aufgelegten Schock-Rock-Ikonen aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten ;)

Bleibt zu hoffen, dass Rob Zombie diese Schlagzahl halten kann und von nun an alle 1 – 2 Jahre vorbeischaut!


Setlist:

Intro Sawdust In The Blood / Sinners Inc.
Jesus Frankenstein
Superbeast
Meet The Creeper
Living Dead Girl
More Human Than Human
Theme For An Angry Red Planet
Mars Needs Women
Drum Solo
Never Gonna Stop
Sick Bubblegum
Scum Of The Earth
Pussy Liquor
Thunder Kiss '65
Guitar Solo
School's Out
Dragula

Eisen-Dieter

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