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Stone Sour - Papa Roach - Oberhausen - Turbinenhalle (06.12.2012)
Es ist schweinekalt an diesem Nikolaus-Donnerstag. Genau wie im letzten Jahr ( Rammstein in Düsseldorf ) mache ich mich am 06.12. auf den Weg Richtung Ruhrgebiet. Diesmal verschlägt es mich nach Oberhausen, wo das coole Package Papa Roach / Stone Sour aufschlägt und dort ihren letzten Deutschland-Termin der Tour absolviert.

Die Leute stehen schon lange vorher dicht gedrängt vor den Toren. Die Pforten der Turbinenhalle öffnen sich schon eine halbe Stunde vor dem offiziellen Einlass. Das Konzert ist seit Wochen ausverkauft, in der Halle entstehen binnen weniger Minuten meterlange Schlangen vor der Garderobe und der Hallentür, welche schließlich um 19 Uhr geöffnet wird.

Nachdem ich 2 Freundinnen treffe, die an dieser Stelle ausdrücklich namentlich genannt werden möchten ( Hallo Julia, Hallo Tina ;) ), wird eine davon erstmal von einem Becher Bier befeuchtet. Macht aber nichts, ist ja eh recht warm ;) Generell macht das Publikum einen eher unsympathischen Eindruck, die Schnittmenge ist groß – und so sind auch viele „Drängler“ dabei, die sich an allem und jedem vorbeiquetschen und plötzlich einfach vor Dir stehen bleiben. Eine weitere Randerscheinung sind die kleinen Mädchen, die „große Jungs wie mich“ heftigst darum bitten, sie nach vorne zu lassen, damit sie „etwas sehen können“. In solchen Fällen kann ich nur raten, etwas früher loszufahren, dann entstehen auch keine unnötigen Diskussionen mit großen Jungs ;)

Um 20 Uhr dann betreten die Briten Hounds die Bühne und legen direkt ohne Umschweife los. Die Musik würde ich als wirre Mischung aus Enter Shikari und Rob Zombie beschreiben, mit einer leicht punkigen Note – das könnte am Gesang liegen. Der UK-Vierer hat einen guten Sound, reisst den Großteil der bereits zahlreich anwesenden Zuhörern allerdings nicht wirklich vom Hocker. Die 25 Minuten sind allerdings recht fix rum.

Papa Roach hingegen werden sehnlichst von den Leuten erwartet. Ich sehe die Truppe heute zum ersten Mal und freue mich ebenfalls auf diesen Moment. Mit „Still swingin’“ vom neuen Album legen die Amis gleich gut los, Oberhausen frisst Jacoby & Co. aus der Hand. „Getting away with murder“ ist der erste Stimmungshöhepunkt, die Balladen „Forever“ und „Scars“ kommen vor allem bei dem zahlreich anwesenden weiblichen Publikum gut an. Bei „Hollywood whore“ springt Sänger Jacoby von der Bühne und läuft durchs Publikum, bis er letztendlich auf den Tresen der Turbinenhalle klettert und von dort aus weitersingt. Die Band wirkt generell sehr agil, sympathisch und im positiven Sinne routiniert. Die Schlussoffensive bilden hauptsächlich die alten „Infest“-Klassiker „Between angels and insects“, „Dead cell“ und natürlich das unvermeidliche „Last resort“. Von mir aus hätten sie noch bedeutend länger als 50 Minuten spielen können. Sehr gute Show.


www.youtube.com/v/YLE6J11n9L0


Setlist Papa Roach

Still Swingin'
Silence Is The Enemy
...To Be Loved
Getting Away With Murder
Burn
Forever
Scars
Hollywood Whore
Between Angels And Insects
Where Did The Angels Go?
Dead Cell
Last Resort

Als dann Stone Sour um kurz nach Zehn loslegen, ertönt lautstarker Jubel. Den Auftakt macht wie erwartet das Opening-Doppel „Gone sovereign / Absolute zero“ vom aktuellen Album. Der Sound ist gut, Band und Publikum stacheln sich gegenseitig zu Höchstleistungen an. Die Songs vom aktuellen Album machen auch live einen sehr guten Eindruck. Corey Taylor fehlen meist in den Songpausen die Worte für die Publikumsreaktionen, oftmals bedankt er sich einfach nur mehrfach und schüttelt fassungslos den Kopf. Ein Kerl, den man einfach mögen muss, dazu noch gesegnet mit einer klasse Stimme, die bei tollen Songs wie „Reborn“, „Hesitate“ oder „Say you’ll haunt me“ ihre ganze Vielfalt aufblitzen lässt.

Der Debüt-Kracher „Get inside“ beendet den regulären Teil der Show, doch die Zugaben-Rufe lassen nicht lange auf sich warten und auch Corey lässt sich nicht lange bitten, sondern kommt recht zügig allein zurück auf die Bühne und stimmt „Bother“ an, gefolgt von „Through glass“, zu dem sich die restliche Band wieder dazugesellt. Waren die beiden ersten Zugaben noch ruhig, so bilden „Digital“ und „30/30-150“ einen krachenden Abschluss nach knapp 90 Minuten.

Zwar ärgere ich mich kurz über die Shirtpreise ( 30 Euro ), kaufe mir dann aber kurzerhand ein Bootleg-Shirt für 10 Euro vor der Halle und fahre gen Heimat. Trotz des teilweise nervigen Publikums ein gelungener Abend dank zweier Bands, die hier heute richtig gute Shows feilgeboten haben.


www.youtube.com/v/Wh3oj25XZwA


Setlist Stone Sour

Gone Sovereign
Absolute Zero
Mission Statement
Hell & Consequences
Orchids
Made of Scars
A Rumor of Skin
Reborn
Hesitate
RU486
Say You'll Haunt Me
Get Inside
Bother
Through Glass
Digital (Did You Tell)
30/30-150

Eisen-Dieter

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