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Live-Reviews

Stonewall Noise Orchestra - Osnabrück - Bastard Club (02.05.2013)
Es ist Donnerstag, der 02.05.2013. 19:50 Uhr. In 10 Minuten beginnt ein Konzert. Hier. Im Bastard Club / Osnabrück, einem extrem coolen Schuppen. Ich sitze auf einem Barhocker und blicke Richtung Bühne. Ein Blick zur Seite: Eine freundlich lächelnde Dame steht hinter dem Tresen. Ein Blick nach hinten: Der Mercher von S.N.O. steht hinter seinem Tapeziertisch und wartet auf Käufer. Und sonst? Niemand hier. 3 Leute. Ich bin der einzige zahlende Kunde.

Glücklicherweise ändert sich das, als sich Into The Wild aufmachen, die Bühne zu entern. Scheinbar haben sie all ihre Freunde mitgebracht, denn binnen weniger Sekunden bevölkern geschätzte 50 Personen den Bastard-Keller. Und die feiern die Band in den nun folgenden 35 Minuten auch gut ab. Mein Ding ist es nicht, musikalisch passen Into The Wild meiner Meinung nach auch eher weniger zu den beiden anderen Bands. Ihre Freunde vor der Bühne enttäuschen die Osnabrücker aber keinesfalls.

Sedated Angel liefern dann 40 Minuten lang Musik in der Tradition von den Spiritual Beggars oder auch Black Label Society. Vielleicht nicht ganz so rotzig, dafür aber mit einigen abgespaceten Elementen. Der Sound ist brillant, die Gitarrensolos kommen richtig gut zur Geltung. Teilweise driften die Dänen ein wenig in Richtung Stoner ab, aber alles in allem gefällt mir die Chose ganz gut.

Als S.N.O. dann um kurz vor Zehn die Bühne betreten, sind 70 Leute zugegen. Immer wieder schade zu sehen, dass kaum jemand die Band kennt und nur so wenig Leute da sind. Zumal 8 Euro Eintritt ja auch ein Witz sind. Vor allem für das, was man geboten bekommt: Astreine Musik, so ehrlich wie es nur geht. Grandios dargeboten von 5 Ausnahmemusikern, die hier Songstrukturen aufbauen, von denen andere Bands nur träumen können. „Träumen“ ist ein gutes Stichwort, denn wenn S.N.O. nicht gerade grooven wie Sau, erwischt man sich immer wieder dabei, in anderen Sphären zu schweben. „A Song For The Fool“ und „Superfortress“ überragen an diesem Abend. Sänger Singe ist bestens zu hören, und was er mal wieder aus seiner Stimme herausholt ist schier unmenschlich. Man hat quasi permanent Gänsehaut und die Kinnlade schleift auf dem Boden. Ich habe wirklich selten einen besseren Sänger erleben dürfen.

Sehr schade, dass nach 60 Minuten bereits Schluss ist. Das ist dann auch mein einziger Kritikpunkt: Der Bastard Club ist ein wirklich toller Laden, aber wenn um 23 Uhr Schicht sein muss ( was ich verstehe bei der Lage des Clubs ), sollte eine Vorband am Abend genügen. Wie auch schon wenige Tage zuvor bei Psychopunch bleibt dem Headliner dann meist nur eine Stunde, was in vielen Fällen einfach zu wenig Zeit für zuviel grandiose Musik ist. Wie gerne hätte ich S.N.O. und Psychopunch über die volle Distanz gehört!

Also, Schnalli, überdenk Dein Konzept vielleicht mal ein wenig, entweder früher anfangen – oder halt nur eine Vorband. Ich denke, darüber kann man durchaus nachdenken.
Ansonsten: Wirklich perfekt! Und beim nächsten Mal dürfen auch gerne mehr Leute erscheinen…


www.youtube.com/v/F5VlKC3XW7Y


Setlist:

Die Die Die
Black Cat Bone
New Age Inc
Hollow Parade
Chemical Sky
Sideshow Messiah
A Song For The Fool
Two Sides Of A Sin
Good Ol’ Black Magic
Unknown Of Me
Superfortress
Dead Eden

Eisen-Dieter

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