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Live-Reviews

Böhse Onkelz - „Vaya con Tioz“ – Abschiedskonzert Lausitzring (17.06.2005 - 18.06.2005)
110.000 Fans, Party pur und ein Rahmenprogramm, das es absolut in sich hatte. Die Onkelz haben zum Abschied noch einmal richtig fett aufgefahren. Fetter, als es jemals eine andere deutsche Rock-Band geschafft hat oder es in naher Zukunft wohl schaffen wird.
Schon an den beiden Tagen vor den Onkelz-Auftritten sind viele Fans angereist und haben ihre Zelte aufgeschlagen. In großen Partyzelten kamen Coverbands zu ihrem Auftritt, um die Fans schon mal auf die folgenden Abende einzustimmen. Am Freitag und Samstag wurden Dragster-Rennen und ein Fußballturnier geboten. Wer keine Lust darauf hatte, ist halt am Zelt geblieben und hat sich mit frisch Gegrilltem und ner Dose (Onkelz-)Pils bei Laune gehalten. Für jedermann also was dabei, um sich auf die Auftritte der Onkelz und diverser anderer Bands vorzubereiten.
Am Nachmittag des ersten Konzerttages ging es dann endlich auf der Hauptbühne los. Und diese Bühne war der Hammer! 75 Meter breit, 15 Meter hoch, 6 Leinwände und „Vaya Con Tioz“-Deko. Die „Party“ eröffnet haben Wonderfools, die für Marky Ramone & Ramones Mania ins Programm gerückt sind, gefolgt von Discipline. Im Anschluss daran betraten Sub7even die Bühne und begeisterten die Fans unter anderem mit einer Cover-Version von „Ja, Ja“. Nachdem die Auftritte von Sub7even und anschließend D:A:D beendet waren, betraten Motörhead die Bühne, die einen Tag zuvor ihr 30-jähriges Bühnenjubiläum feierten und mit leichter Verspätung per Hubschrauber eingeflogen wurden. Mit Stücken wie „Ace of Spades“ ließen es die Jungs so richtig krachen. Bevor die Onkelz ihren Auftritt hatten, folgten schließlich noch Machine Head, die ein hammergeiles Geknüppel ablieferten und sichtlich beeindruckt von der Menschenmasse waren.
Dann war es soweit, nun kam das, worauf die Masse gewartet hat. Das Intro „28“ und der vorletzte Onkelz-Auftritt war eröffnet. Songs von 1980-1992,5 standen auf dem Zettel. Viele Klassiker wie „Nichts ist für die Ewigkeit“, „Bomberpilot“, „Ich lieb mich“, „So sind wir“, „Nur die Besten sterben jung“, „Mexico“, „Die Stunde des Siegers“, „Gehasst, verdammt, vergöttert“ oder „Heute trinken wir richtig“ wurden gespielt. Die Stimmung war vom ersten bis zum letzten Song größtenteils genial, nette Einlagen wie Konfettiregen taten ihr Übriges dazu. Auch kleinere Pannen, wie bei „Wieder mal ’nen Tag verschenkt“, konnten der Stimmung nichts anhaben. Nach gut 2,5 Stunden kam dann der 28. und letzte Song „Erinnerungen“ des ersten Onkelz-Festtags.
Am Samstag lief es recht ähnlich ab. Am Nachmittag hatten Psychopunch und Pro Pain das Fest eröffnet, ehe J.B.O. für reichlich gute Laune auf der Bühne sorgte. Es folgten anschließend In Extremo, Rose Tattoo und Children of Bodom, die für Monster Magnet eingesprungen sind.
Dann kamen die Onkelz, um die zweiten 12,5 Jahre ihrer 25-jährigen Karriere zu spielen, um ein letztes Mal aufzutreten, um sich von den Fans zu verabschieden. Eröffnet wurde der Abend mit „Hier sind die Onkelz“, gefolgt von Songs wie „Entfache dieses Feuer“, „Die Firma“, „Terpentin“, „Kirche“, „Für immer“, „Superstar“ und „Feuer“, bei dem es auf der Bühne so richtig krachte. Der Abend schritt voran, und jeder wusste, dass das Ende langsam näher kam. Nach „Auf gute Freunde“ war es dann soweit und Stephan schritt ans Mikro, um seine letzte Ansprache zu halten. Was dann kam war der Hammer, 110.000 Fans und kaum einer, der seine Tränen unterdrücken konnte. 110.000 Fans, die sich respektvoll hinknieten, „Wir danken euch“-Sprechchöre aus allen Ecken, und vier Jungs aus Frankfurt auf der Bühne, denen es sichtlich die Sprache verschlagen hat. Irgendwie ging es dann doch weiter und „Ihr hättet es wissen müssen“ wurde gespielt, weder den Fans noch den Onkelz ist dieses Stück leicht gefallen.
Ganz zum Schluss wurde das Instrumental „Baja“ gespielt, gesegnet von einem letzten Highlight: Ein Feuerwerk begleitete dieses Stück. Dann war es zu Ende, der letzte Vorhang ist gefallen, es wurden wieder 28 Songs zum Besten gegeben.
Für die Onkelz-Fans, die bei diesem Festival nicht dabei sein konnten, bleibt nur zu hoffen, dass eine DVD von diesem Wochenende veröffentlicht wird. Und für die, die dabei waren, würde es eine nette Erinnerung an ein echt geniales und gelungenes Festival-Wochenende sein.

Bleibt am Ende nur noch zu sagen: Danke Onkelz für viele schöne Jahre – Adioz.

Links:
Böhse Onkelz

Sascha Wilking

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