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Live-Reviews

With Full Force 2007 - Roitzschjora (29.06.2007 - 01.07.2007)
Es gibt so Momente, in denen öffnet der Herr der Finsternis seine Tore um seine metal-wütigen Jünger in sein Reich zu lassen und neben ihm auch noch den Erzeugern brachialakustischer Melodeien zu huldigen. So geschehen am letzten Woche auf dem With Full Force Festival auf dem Flughafen Roitzschjora in Löbnitz bei Leipzig.

Nach einer entspannten Fahrt und den ersten Dosenbieren seit langen trudelten Herr Adler und ich also in Roitzschjora ein, ließen uns lila Pappe ums Handgelenk binden und düsten weiter gen Presseparkplatz. Dort angekommen wurden wir auch gleich von Torsti von pommesgabel.de begrüßt, der uns auch gleich annektierte und des Könichs Delegation in die Trutzburg der übrigen Pommesgabeln eingliederte. Nach ein paar Bierchen gings dann ab auf den Vorplatz am Eingang, wo 2 Bühnen, bzw. Zelte, mit Stimmungsliedern a lá Boneur und frisch gehopften Hochleistungssportgetränken lockten. Die anderen Bremer Atzen waren schnell gefunden und so hieß es mal eben ganz schnell Rock ´n´ Roll mit de Bremers, ein Spass für die ganze Familie. Isso.

Freitag:
Freitach morgen (14.00 Uhr …) roggerten auch pünktlich die Opener des Höllenspektakels los: Gorilla Monsoon bretterten der versammelten Jüngerschar fein durchs ganze Gesicht und hielten die mit spitzen, gemeinen Thrashdoomrock-Killernieten bewehrte Höllenmaschine erst wieder an, als Swallow the Sun schon ungeduldig an der Bühnenkante knabberten um bei voller Sonneneinstrahlung mit dramatischen Gothic-/Deathmetal die sonnenbebrillte Hartwurtsfraktion vor der Hauptbühne zu versorgen. Funktionierte meiner Meinung nach nicht wirklich, ist aber auch nicht wirklich meine Baustelle.

One Man Army And The Undead Quartet – was für eine Live-Kapelle. Volles Kanonenrohr Thrashmetal feuerten Monsieur Lindstrad und Konsorten auf das teils sehr überraschte Publikum ab, das es nur so splattaterte. Wenn in der Nähe: ANKUCKEN!
Nachdem Geschnetzel der OMAATUQ machten sich As i lay Dying ans Werk. Gerade noch im Support vo Machine Head unterwegs, zeigte der 5er aus San Diego mal post Mortem den Maschinenköppen wo der Neohammer hängt und ratterten angenehm in den mittlerweile auf Hochtouren drehenden Pit.

Nach einer kleinen Fassbrause-Pause bei den mittlerweile angekommenen Mannen um Herrn Dr. rer. nat. Death am anderen Ende des Festivalgeländes (gefühlt war´s ungefähr die Entfernung Kassel <> Juist) gings aber mal ganz fix zurück zum Ort des Geschehens um im Hardbowl mal fein mit den Kieler Fisimatenten Smoke Blow um die Wette zu gröhlen. Wieder ein schönes Ding, das neue Material wird fein fein.
Danach: Canibal Corpse – Need i say more?!?

Der Aufttritt von Hatebreed – sicherlich eine Wucht, langsam wird’s dann aber doch ein wenig fad, deswegen gings wieder ab in die Hartschale um sich die englischen Ois von The Business reinzutun. Feine Musik, feiner Gig, genau das richtige für die ein oder andere Gerstenkaltschale.

Als Headliner des Freitages machten sich Korn ans Werk. Schöne Show, die in den nächsten Tagen noch für einen Running Gag sorgen sollte: Kollege Stahlmagen von den Pommesgabeln hat sich vorher mal fein im Zelt langgemacht und wollte sich nen Wecker für Korn stellen – Wie gesagt: wollte … Torsti, war echt ´ne klasse Show ;)
Wir schenkte uns dann die Knüppelnacht und taten das was wir am besten können: Gut aussehen und lange ausgehen. Mit ´n büschn was Pils und ordentlich dumm Tüch ab ins Partyzelt bis, ääh, öööhm, ja so bis kurz vor … Samstag?!.

Samstag:
Was für ein Auftakt. Meine persönlichen Lieblingsdänen Volbeat eröffneten die zweite Runde im Reigen der wohlfeilen Stromgitarrenunterhaltung. Das die beiden Alben der Mannen um Death-Tolle Poulsen absolut livetauglich sind und wie benzingetränktes Feuer brennen, braucht an dieser Stelle wohl kaum erwähnt werden. Kurz vor Schluss kam die Nachricht, dass die, vom Force-Team im Vorfeld hochgelobten, Franzmänner von Dagoba ohne Absage stumpf nicht erschienen sind und so blutgrätschte der VFL Volbeat 666 noch ca. eine halbe Stunde weiter über die Mainstage.

Nach der dänischen Dynamitladung gings rüber ins Hardbowl, um sich die zweiten Kieler am Platze anzukieken. The Creetins machten ihren Job mehr als ordnetlich und knallten ihre meist recht hymnischen und äusserst hopfentauglichen Songs in das mitgröhlende Publikum (Keine Überraschung: Die Herren haben hier in Bremen jüngst die Backyard Babies SOWAS von an die Wand gespielt, natürlich gehen die steil auf so ´nem Gig!).

Wieder rüber zur Hauptbühne, Benediction spielen, kennt man ja von früher … und?! Grotte.
Dazu aber später noch mehr.

Nach der peinlichen Einlage von Benediction warteten Lamb of God auf, die sofort mit astreinem Sound losbretterten was das Zeug hielt. Die nette Mischung aus Old School-Thrash und Strömungen der Neuzeit wusste wirklich zu gefallen.

Als nächstes wären Static X an der Reihe gewesen, die Herren mussten aber leider passen, da der Nightliner, mitdem die Amis unterwegs waren, in Skandinavien irgendwo den Flammen zum Opfer gefallen ist. Verletzt schien keiner zu sein, die Ankündigung auf der Videoleinwand zeugte davon. In den offenen Slot kamen stattdessen noch einmal Zuul FX, die am Vortag auch schon den Soundtrack zu einem unserer Märsche in Richtung Bremen bei Leipzig spielten und so, man ist ja konsequent, gings ab ins Zelt um Hellwomen Candice und ihren Walls of Jericho beim Abreißen der Zeltanlage zuzuschauen. Immer wieder der Hammer, die Frau.

Zeit für eine kleine Pause. Und was macht man, wenn man schon ein lila Pappband für den Pressebereich hat? Richtig, man geht hinter die Bühne zum Kaffeetrinken, wo blonde Bremer auch gleich von einer netten, herzallerliebsten Security Frau empfangen werden, um dann noch von selbiger den Kaffee direkt an die Bank geliefert zu bekommen. Dafür gabs dann auch gratis eine Aufklärung darüber, wer auf diesem Festival wer ist und warum man, auch als Sicherheitskraft, für einen Sick of it All Gig alles stehen und liegen lassen sollte.

Geasgt getan: Oberschreihals Lou Coller und seine Mannen zeigten mal wieder, was einen Sick of it All Gig so ausmacht: Geiler Sound, Bühnen-KungFu at it´s Best und ein von Anfang an wütender, sehr agiler Pit. Die obligatorische Wand der Brüderlichkeit und Freundschaft durfte natürlich nicht fehlen und so knallten, wie bei jeder Show, zu Scratch the Surface die beiden Publikumshälften fein aneinander.

Die Children of Bordom haben wir uns dann fein geschenkt, denn am Samstag Abend schickte sich Mambo Kurt an, das VIP-Zelt zu beschallen. Klar, dass man sich dann Kaltgetränke-schlürfend hinter die Bühne begibt um den zarten Orgelklängeln zu lauschen. Immer wieder ein Fest, vor allem South of Heaven in der mambo'schen Version ist immer ganz großes Kino.

Da war doch noch was … Ach ja: Benediction.
Nach dem ziemlich miesen Gig schickten sich die Engländer an sich gänzlich abzuschiessen und fingen an im Zelt Fangen zu spielen (wtf?!) und rissen das halbe Zelt dabei um.
Zu Anfang war´s ja noch ganz possierlich anzuschauen, nach einiger Zeit nervten die Altmetaller stumpf nur noch und dachten, unter Anwesenheit der gesamten deutschen Musikpresse, nicht daran mit dem Gedengel aufzuhören.

Naja, sei´s drum. Das Pils war lecker und die Kollegen Gerald, Teddy, Ron (Monsieur lé Sänger de la Rumbakapelle Nayled) und meine Wenigkeit widmeten uns dem auch entsprechend.

Den Abschluss des Abends boten dann Neville Staple´s Specials, bei denen der gesamte Hardbowl das Ska-Tanzbein schwang, und die grossartigen Peter Pan Speedrock. Die Holländer lieferten mir persönlich nochmal das, was ich den ganzen Samstag lang ein wenig vermisst hab: Ehrlichen, schmutzigen, lauten Rock 'n' Roll!

Sonntag:
Der Sonntag begann bei uns schon mit dem Einpacken. Nachdem wir die King-Asshole Filiale Roitzschjora standesgemäss verladen hatten, gings ab in Richtung Muzzak. Nach einem kleinen Intermezzo mit Unearth, die wunderbest von der Mainstage prügelten, gings ab ins Zelt um den dänischen Ohrmuschelbrecher von Barcode beizuwohnen. Gewohnt prügelnde Chansons de la Nackenbruch sorgten letztendlich dafür, dass selbst der letzte schlaftrunkene Atze definiftiv wach war.

Nach einem kurzen Abstecher über Sonic Syndicate (vor allem um mal die leckere Bassistin zu begutachten) fand eine arglistige Täuschung statt: Omma Seiler, ihres Zeichens pornobebrillte Retterin des Rock 'n' Rolls lud zur Feier des Tages und des bevorstehenden Gigs der Bones zu Kaffee und Kuchen ein. Statt der Kaffeetafel war weit und Breit allerdings nur die Whiskey-Theke zu sehen und an dieser lehnte Omma nun, um lecker Jackie-Schorle zu kredenzen … Is klaa.

Was soll ich noch zu The Bones schreiben?!
Die Jungs sind ja nun wirklich der Bringer. Bones-Konzerte in Clubs sind schon gewaltig, aber auf der Mainstage des Full Force? Mächtig! So verbrachten wir mit den Herren aus Schweden eine stimmungsvolle Zeit, indem sie sangen – und wir auch.

Wen darf man erwarten, wenn Schlagermusik das Festivalgelände beschallt und sich niemand dabei auf der Bühne blicken Lässt? Richtig: Pro Pain.
Von Anfang an Vollgas mit vielen - so ziemlich jedem der vor der Bühne stand - bekannten Hits ging das Pro-Schmerz-Brett mit dem obligatorischen Cover der Band, die gar keine Band ist, „Terpentin“ in die letzte Runde.

Ill Niño haben wir noch von der Theke zugewunken, leider hat keiner von den Jungs zurückgewunken. Schade eigentlich: Musikalisch so gar nicht meine Baustelle und dann noch nichma Winke Winke …
Aber egal, egal, egal: Weiter gings mit den mächtigen Kassierern. Frontsau Wöllfi kam ausnahmsweise mal gleich nackt auf die Bühne des Hardbowls und bot allen Kritikern mit dem Ausspruch “Ich will mir nicht vorwerfen lassen, dass ich mich immer nur ausziehe. Deswegen ziehe ich mich jetzt an.“ die Stirn. Gesagt getan, schwupps war die Jogginghose überm Pillermann und die homoerotische Freakshow nahm in gewohnter – natürlich allerbester – Qualität ihren Lauf. Mal wieder ganz grosses Damenhallentennis.

Bevor nun der Fürst der Finsternis seine schrecklichste Legion von der Eiesenkette ließ, flöteten sich die Dropkick Murphys über die Mainstage. Ich will da gar nicht soviel zu sagen, nur, dass ich nicht so viel Bier trinken kann wie nötig wäre um mich in die richtige Stimmung für die Murphys zu saufen …

Und dann war alles zu spät: Slayer!
Die Herren sagten artig mit Disciple Guten Tach und peitschten das nun völlig ausgelieferte Publikum durch ein Set, das gespickt war mit vielen alten Songs, vielen neuen Songs und vielen Songs die man grad einfach von Slayer hören wollte.
Ein wenig geht den Herren so langsam ein wenig der Enthusiasmus flöten, zumindest der Offensichtliche. Das ganze Set war zwar astrein, aber Ansagen o.Ä.: komplette Fehlanzeige. Aber das macht uns ja nun nichts aus und deswegen wars wieder ein klasse Gig, nachdem wir dann auch gen Heimat aufbrachen.

Als Resúmee bleibt mir zu sagen, dass das desjähjrige Sommerfest der Volksmusik (ja, der richtigen!!!) mal wieder eine runde Sache war. Ein schönes Programm, gute Stimmung und vor allem gutes Wetter.
Einen Hafenfest geht an dieser Stelle noch raus an Dr. Death, Herrn Adler, Teddy, Ron, Wolf, den Butzemann und Die Seil(er)schaften.

Photos vom With Full Force 2007 gibt´s zum einen auf der WFF Website und bei pommesgabel.de

Ich sach ma: Rock 'n' Roll!

Links:
With Full Force 2007

Ingo Wagener

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