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Born/Dead – Pisschrist – Vae Victis – Deathcage - Sydney - Mgtvle (04.01.2008)
Gar nicht so einfach in einer Großstadt wie Sydney einen Schuppen zu finden, dessen Name nur auf einem s/w kopierten Flyer steht. Da nützt es auch nicht viel, wenn der Straßenname auf diesem besagten Zettel vermerkt ist, zumal sich herauskristallisierte, dass es sich hierbei um eine kleine Werkhalle handelt, die irgendwo im Industriegebiet liegt. Man muss schon ein Insider oder einfach ein local(punk) sein, um zu Wissen wo der Ort des Geschehens zu finden ist. So blieb Mirco und mir also nichts anderes übrig, als genau diese Leute zu finden und zu befragen. Nach einer Weile sind wir auch auf ein paar dementsprechend aussehende Freaks gestoßen. Bingo! Nach einer kurzen Wegbeschreibung und dem Hinweissatz „You smell it!“ konnten wir den Laden dann auch finden. Allerdings mussten wir feststellen, dass es dort keine alkoholischen Getränke gab, da man in Australien eine Ausschankgenehmigung braucht und nicht jedermann einfach Bier zum Verkauf anbieten darf. Wahrscheinlich hätte es in diesem halbillegalen Laden auch niemanden gejuckt, aber so mussten wir wieder ca. 2 km laufen, um uns in einem bottleshop eine Flasche Wein zu besorgen, die wir dann allerdings während des Konzertes trinken durften. Ich werde wohl niemals die Saufkultur der Australier verstehen, das nur am Rande. Auf jeden Fall konnten wir uns selbst mal wieder nicht genug einschätzen und nahmen den Weg am Abend mehrfach in Kauf…hält halt fit!

Die Werkstatt war mit ca. 120 Leuten schon recht gut gefüllt als die erste Band „Deathcage“, wie von einer Tarantel gestochen, ihr Crustmetalpunkcore zum Besten gab. Man hatte regelrecht das Gefühl dass die Australier unter Koks standen, anders kann ich mir ihre abgedrehte Show nicht erklären. Der bis zum Hals zutätowierte Sänger grunzte und schrie sich die Seele aus dem Leib. Und das Beste daran war, er hatte ein Funkmikrofon…SICK! Ich meine, ihr hättet mal die Typen sehen sollen, der Gittarist hatte eine Jogginghose mit Cowboystiefel an, und natürlich steckte die Hose in den Stiefeln!!! Ansonsten sah die Band im Allgemeinen nicht wirklich gesund aus. Als sie auch noch am Ende eine Bandpyramide ala „Skorpions“ kläglich nachstellen wollten und der Sänger sein Funkmikro auf den Boden zerschmetterte, war auch Schluss im Karton. Großartig! Schon lange nicht mehr so etwas Abgedrehtes gesehen.

Die zweite australische Band des Abends hieß „Vae Victis“ und konnte auch mit ihrem Crustpunk überzeugen. Allerdings grunzte diesmal eine weibliche Stimme in das Mikrofon. Die Gute war wohl auch sehr angefressen, sehr erotisch…grins!

Danach waren „Pisschrist“ aus Melbourne an der Reihe. Musikalisch lagen sie irgendwo zwischen Punk und Hardcore. Mit ihren Instrumenten konnten sie bei mir nicht unbedingt einen Blumentopf gewinnen, dafür war allerdings der zweistimmige Gesang/Gekreische sehr überzeugend. Gekonnt umgesetzt und immer wieder haben die beiden Sänger ihre hasserfüllten Lyrics ausgetauscht.

Der Headliner „Born/Dead“ aus Oakland freute sich sichtlich, wohl ihre ersten Gigs in Australien spielen zu können. Immer wieder bedankte sich die Band bei den Vorgruppen, die das Ganze ermöglicht und organisiert haben. Ich bin mir auch nicht ganz sicher, wie die Leute das Ganze organisieren. Diese Tour beinhaltete z.B. drei Gigs in Melbourn, zwei Gigs in Sydney, zwei Gigs in Brisbane usw. So etwas kennt man eigentlich nur von großen Bands die ausverkaufte Shows haben. Die Westküste blieb bei dieser Tour unberührt. Wird wohl doch an der großen Entfernung gelegen haben. Auf jeden Fall wurde die Ostküste sehr gut bedient und das halt nach dem Motto, doppelt oder dreifach hält besser. Born/Dead rockten eine gute halbe Stunde alles kurz und klein und gingen dann mit den Worten „ we see us in 5 day`s again“ von der kleinen Bretterbühne.

Im Anschluss dröhnte dann vom Plattenteller Slayer „Angel of death“, was Mirco dazu bewegte auf die Knie zu fallen und eine kleine Performance hinzulegen. Es tat wirklich saugut so ein Konzert zu besuchen. Sydney ist nicht gerade die Stadt des Rock`n Rolls. Die Szene ist wesentlich gechillter unterwegs und steht mehr auf elektronische Musik. Kein Wunder, so lange man die Natur, das Wetter und die Lebensqualität genießen kann, bewegt es einen nicht unbedingt dazu, seinen Frust in Form von Musik auszudrücken. Die drei australischen Vorbands haben wohl andere Erfahrungen gemacht, ansonsten kann man ihren Zorn nicht nachvollziehen. Insgesamt eine sehr runde Sache, obwohl wir wirklich Startschwierigkeiten hatten das Konzert überhaupt zu finden.

Links:
Born/Dead – Pisschrist – Vae Victis – Deathcage

Ramin Amir

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