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Turbostaat - Oldenburg - Amadeus (22.09.2011)
Um es direkt zu sagen: Auf dieses Konzert hab ich mich wochenlang gefreut wie ein kleines Kind. Turbostaat sind live immer eine Macht und verbreiten einfach sofort gute Laune. Dazu spielen sie noch quasi um die Ecke, in einem kleinen, dreckigen geilen Club – genau so und nicht anders muss das sein. Finden auch Markus und Evelyn, machen sich ebenfalls auf den Weg in die Oldenburger City und treffen dort kurz vorm Einlass um 20 Uhr einen gut gelaunten Eisen-Dieter. Lobend erwähnt werden muss mal das Ticketsystem vom Staat. Die Karten kann man im bandeigenen Shop zu einem Spottpreis ( je nach Location 11 – 13 Tacken ) ordern. Sie werden dann nicht verschickt, sondern an der Abendkasse hinterlegt. So spart man Porto und erhält eine richtige Konzertkarte, und nicht diesen billigen, hässlichen Eventim-Mist ;) Anschließend wird der Schuppen ein wenig unter die Lupe genommen und in der zweiten Etage gekickert, wobei Markus im letzten Spiel eine vernichtende Niederlage einstecken und HSV-Vergleiche über sich ergehen lassen muss. So viel Zeit muss sein ;)
Um 21:00 Uhr beginnen die Jungspunde von Findus ihr Programm. Die Jungs sind musikalisch in ähnlichen Fahrwassern wie Turbostaat zuhause. Mir klingt das Ganze jedoch ein wenig zu nah am Original, ähnlich geht es mir mit Airbourne. Da is einfach kaum was Eigenes am Start. Zudem is der Sänger immer noch genau so hässlich wie im Vorjahr, als die Kapelle die grandiosen Smoke Blow supporten durfte. Könnte natürlich daran liegen, dass SB-Bassmann Greif Hellhammer die Truppe unter seine Fittiche genommen hat ( der Meister war auch anwesend und hat den Bühnensound überwacht und gemixt ). Wie dem auch sei, die Band, die trotz allem irgendwie sympathisch rüberkommt ( Zitat Markus: „Der Sänger und der Typ links haben einen an der Klatsche, soviel steht mal fest“ ), erhält nicht viel mehr als Höflichkeitsapplaus. Schade, dass Turbostaat oft stilistisch ähnlich gelagerte Bands mit auf Tour nehmen. Gerade vom Staat hätte ich in dieser Hinsicht ein wenig mehr Kreativität erwartet ( zum Beispiel letztes Jahr in Flensburg EF, das war echt mal was anderes ).
Nach 40 eher langweiligen Minuten verlassen Findus die Bühne.
Egal, hier wartet alles eh nur auf eine Band. Und die betritt pünktlich um Zehn die Bühne, begleitet von einem seltsam anmutenden Intro und tosendem Applaus.
Ich betrete nun wie selbstverständlich meinen angestammten Platz in der ersten Reihe.
So einen Club wie das Amadeus lob ich mir: Man steht direkt vor der Bühne, keine Absperrung, näher geht nicht, sonst wär man auf der Bühne. Da kommt es auch schon mal vor, dass einem der Bass an den Schädel gedonnert wird, aber was solls?
Was ich an Turbostaat immer wieder gut finde ist die Tatsache, dass die Band ständig neue Opener für ihre Konzerte hat. Heute ist es „Das Island-Manöver“, und ich muss schon sagen, das Teil ist ein amtlicher Einstieg, es ist quasi prädestiniert dafür.
Die Meute vor der Bühne geht auch gut ab und nötigt Jan Windmeier und Co. einige launige Ansagen ab. Man merkt der Band wie immer eine ungeheure Spielfreude an, die sich von der ersten Sekunde an auf das Publikum überträgt und das Amadeus kochen lässt.
Zu monströsen Hits wie „Haubentaucherwelpen“ und „Surt & Tyrann“ drehen die Leute kollektiv am Rad. Und auch ich erwische mich dabei, wie ich die Hand zur Faust balle, sie triumphierend Richtung Decke erhebe, inbrünstig mitgröhle, Luftgitarre spiele und die Hüften kreisen lasse. Als ich das bemerke, ist mir das allerdings nur kurz unangenehm, denn genau dieses Verhaltensmuster legt der Großteil der Zuschauer ebenfalls an den Tag. Um es kurz zu machen: Dieses Konzert ist einfach nur geil. Es stimmt einfach alles: Das Ambiente, die Zuschauer, die Songs, der Sound… Es ist eine einzige rauschende Party.
Plötzlich werden die letzten 3 Songs angekündigt und man wird jäh aus aller Euphorie gerissen. Doch nur kurz, denn ich habe das Schema von Turbostaat durchschaut: Immer, wenn Jan das sagt und sich Enttäuschung breit macht, hauen sie ihren wohl größten Hit raus:
„GUTEN TAG! Ich bin Lee Hoi Chuen!“ – Turbostaat spielen „Harm Rochel“ und die Leute mobilisieren noch einmal alle Kräfte. Die sind auch von Nöten, denn Jan überlässt die erste Strophe fast komplett dem Publikum. Nach einem donnernden „Kussmaul“ verabschiedet sich die Band zum ersten Mal von Oldenburg, nur um kurz darauf mit dem „Fünfwürstchengriff“ zurückzukehren. Insgesamt 6 Zugaben gibt es heute in 2 Blöcken, die prinzipiell nur Klassiker beinhalten. Besonders über „18:09 Uhr. Mist, Verlaufen“ freue ich mich riesig, und so nimmt ein mal wieder grandioses Konzert nach 80 Minuten seinen Lauf. Schade, aber im Dezember sieht man sich ja in Husum ( VERDAMMT! ) wieder, in ihrer Heimat.
Nach der Show sehe ich ausschließlich zufriedene, grinsende Gesichter, wirklich jeder hatte Spaß. Auf dem Rückweg konnte man am Merch-Stand noch die neue Shirt-Kollektion begutachten ( faire Preise – 15 € T-Shirts, 25 / 30 € für ’nen Kapu ) und sich dabei zu schmalem Kurs neu einkleiden. Ich für meinen Teil entwende noch ein Konzertplakat ( „Breaking the law, breaking the law“ :D ) und mache mich auf den Rückweg.
Das beigefügte Video bringt die Stimmung gut rüber, denk ich. Lediglich ärgerlich, dass ich an diesem Tag etwas krank war, so konnte ich nicht Vollgas geben. Doch die Tatsache, dass ich zuhause noch total aufgedreht war, irgendwann völlig fertig ins Bett gefallen bin, total ausgelaugt war und mehrere Ohrwürmer gleichzeitig hatte, zeigt wohl, dass das eine ganz feine Angelegenheit war. Die Ohren klingeln mir immer noch.
Und um das Wort endlich mal in einen Bericht einzubauen: Der Abend war mit einem Wort: Meeegageil! :)


www.youtube.com/v/K60qkgANQKk


Setlist:

Intro
Das Island-Manöver
Haubentaucherwelpen
Ja, Roducheln!!
Surt & Tyrann
Insel
Fraukes Ende
Blau an der Küste
Pennen bei Glufke
Ufos im Moor
Bei Fugbaums
Wieso Herbst?
Urlaub auf Fuhferden
Bossbax
Oz Antep
Harm Rochel
Die Stulle nach dem Schiss
Kussmaul
Fünfwürstchengriff
Pingpongpunk
Vormann Leiss
Nach Fest kommt ab
Schwan
18:09 Uhr. Mist, Verlaufen

Eisen-Dieter

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