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Disbelief - Aurich - JUZ Schlachthof (24.09.2011)
Es geht munter weiter mit den Konzertberichten. Scheinbar gehen alle Bands diesen Herbst auf Tour, so auch die Hessen von disbelief. Die Tickets waren mit 9 Euro im Vorverkauf recht günstig, und so machte ich mich an diesem sonnigen Samstagabend mit Philipp und Haschi auf den Weg nach Aurich. Endlich mal wieder ein richtiges Metal-Konzert! Die letzten Shows, die ich besucht hatte, rangierten ja eher unter dem Banner Punkrock bzw. Schweinerock. Nun also Death Metal. Killernietenarmband raus, ab ins Auto und zur Einstimmung mal die neue, absolut großartige Machine Head in den Player. Auf dem Weg passieren wir die pure Provinz: Markhausen, Altmarkhausen, Neumarkhausen, Neu-Altmarkhausen, Markhausen II, Alt-Neumarkhausen Vol. II usw. Es scheint kein Ende zu nehmen. An Umleitungsschildern in Friesoythe stehen Halbwüchsige und essen Chips. Viel mehr kann man hier auch nicht machen. Kurz vor Acht sind wir dann endlich in Aurich und das JUZ ist dank Navi recht schnell gefunden. Auch hier riecht es nach Provinz: Die Anlage erinnert vielmehr an einen Bauernhof denn Konzerthalle. Wer mag, kann sich unter www.juz-aurich.de ja mal gerne ein Bild davon machen. Aber egal, es hat einen gewissen Charme, Deutschlands wohl beste Metal-Band in einer Art Scheune spielen zu sehen.
Vorher jedoch wollen die Vorbands überstanden werden. Die erste, Tragic Cause, verpassen wir aufgrund eines spontanen Burger-King-Ausflugs, der sich dankbarerweise nur wenige Minuten vom JUZ entfernt befindet. Frisch gestärkt kehren wir zum Ort des Geschehens zurück und sehen, wie Eure Erben sich für ihre Show vorbereiten. Nach den ersten Tönen halten wir es allerdings für sinnvoller, das JUZ erneut zu verlassen um Schnaps zu kaufen.
Aus dem Publikum sind, in Anspielung auf den Soundcheck, Zwischenrufe wie „dupa dupa dupa dupa – Staatsfeind, Staatsfeind! Muoah, was für Kacklappen!“ zu vernehmen. Nun ja.
Auf dem Fußmarsch zur Tanke stellen wir fest, dass die Graffitis am JUZ ( „Bildet Banden!“ ) keine bloßen Parolen sind. Auf dem DHL-Parkplatz versammeln sich samstagabends die Coolsten der Coolen, um halbstark vor ihrem Ford Fiesta rumzuposen und die Mädels zu beeindrucken. Freundlich lächelnd passieren wir diese Szenerie.
Zurück in der Scheune schnappt sich jeder noch ein Getränk ( Pils 1,50 €, Limo 1,- € ) und dann läuft auch schon das disbelief-Intro namens „Hell“ von ihrem immer noch aktuellen Longplayer „Protected Hell“ ( die mehr oder weniger Cover-Scheibe „Heal!“ zählt nicht als reguläres Album ). Bei gutem Sound startet der Hessen-Fünfer mit dem epischen „A Place To Hide“ ins Set. Das Eröffnungs-Triple stampft mächtig und gewaltig, schon an dritter Stelle kommt der Kracher „Sick“ zum Einsatz, doch hier gibt ein Fußpedal des Drummers seinen Geist auf und sorgt für eine kurzzeitige Unterbrechung. Davon völlig unbeeindruckt spielen disbelief danach einfach weiter, als sei nichts gewesen. Das scheint eine generelle Stärke der Band zu sein: Egal, was passiert, sie kommen nach jedem Rückschlag stärker denn je zurück. So ist auch heute wieder ein Ersatz-Gitarrist an Bord. Mittlerweile steige ich bei den ständigen Line-up-Wechseln nicht mehr durch, wer nun eigentlich festes Bandmitglied ist, und wer nicht. Doch das dürfte Sänger Jagger und Gitarrist Joe ähnlich gehen. Die beiden bilden seit Jahren das Gründgerüst von disbelief.
Immer wieder erstaunlich, wie Jagger live diese Stimme hinbekommt. Die Songauswahl ist sehr erlesen, es gibt eigentlich nix zu meckern. Als dann auch noch der Kulthit „Rewind It All ( Death Or Glory )“ angestimmt wird, gibt es kein Halten mehr: Die Auricher kommen endgültig aus sich raus und moshen, was das Zeug hält. Sehr schön, endlich mal wieder lange, fliegende Haare zu sehen. Der Großteil der ca. 150 Leute scheint aus der hiesigen Dorfjugend zu bestehen und sich lieber vor der Halle aufzuhalten. Die Leute, die es in die „Halle 1“ verschlagen hat, bekommen jedoch emotionalen Death Metal der absoluten Weltklasse serviert. Als Zugaben werden noch „To The Sky“ und „Misery“ rausgehauen, und man kommt nicht umhin, dieser Band Tribut zu zollen. Die Songs sind wahnsinnig intensiv, man erwischt sich dabei, wie man sich kopfnickend in einer völlig anderen Welt befindet, man ist teilweise wie weggetreten. So macht sich ein wenig Enttäuschung breit, dass nach 70 Minuten bereits Schicht ist. Alles in Allem eine sehr sympathische Veranstaltung, diese „Schlachtfest Metal Night VII“.


www.youtube.com/v/aW6jr1EMjVs


Setlist:

Intro ( Hell )
A Place To Hide
Room 309
Sick
The One
Hell Hoes On
The Return Of Sin
When Silence Is Broken
Hate / Aggression Schedule
Rewind It All
Navigator
To The Sky
Misery

Eisen-Dieter

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