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Strongarm And The Bullies - "You Had It Coming" (Rebellion Records / Cargo)


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Strongarm And The Bullies
Rebellion Records / Cargo
Mit „You Had It Coming“ liefern Strongarm And The Bullies ihren Beitrag zum mittlerweile 30. alljährlichen Streetpunk-Revival. Wobei sich da der geübte Verschwörungstheoretiker die Frage stellt, ob es den Streetpunk an sich überhaupt einmal gab oder ob man gleich mit dem Revival angefangen hat.
Wahrscheinlich haben seinerzeit mal ein paar Kreative bei irgendeinem Plattenlabel festgestellt, dass es nichts mehr gibt, von dem man nicht schon mindestens drei Revivals hatte. Und Streetpunk klang irgendwie cool und so schön unkommerziell. Dann hat vermutlich das ZDF von der Sache Wind bekommen und flugs eine grottenschlechte Oldie-Show mit Thomas Gottschalk auf die Beine gestellt, in der dann Peter Kraus und Ted Herold ein paar alte Schnulzen zum Besten geben durften, um anschließend beiderseits mit faltigem Dackelblick zu beteuern, dass man der erste war, der seinerzeit hierzulande den Streetpunk angezettelt hätte und dass man ihm sowieso alles zu verdanken habe. Der Rest ist dann Geschichte. Alle anderen Erklärungversuche halte ich für genauso unwahrscheinlich, wie die Storys, dass die Amis wirklich mal zum Mond geflogen wären oder dass der King nicht mehr unter uns weilt (wir berichteten).
Kommen wir aber lieber mal zu der Verschwörung, die Strongarm And The Bullies – ihreszeichens aus dem sonnigen Südkalifornien – da angezettelt haben: Streetpunk der mittleren bis gemächlich-langsamen Geschwindigkeitskategorie ist da die eine Seite der Medaille. Irgendwelche Anleihen im Bluesrock die andere. Da passiert es schon mal, dass hektische ungestüme Schraddelriffs auf Gesangseinlagen, die etwas an Tom Waits erinnern wollen, treffen und damit einen ganz eigenen, recht kantigen – weder wirklich punkigen, aber auch nicht bluesigen – Klang kreieren . Auch wenn das Hauptaugenmerk ganz klar im Punk liegt, klingen die 13 Songs eher - wie im Blues - nach dem Frust alter Männer als nach jugendlicher Großmäuligkeit und Selbstüberschätzung des Streetpunk.
„You Had It Coming“ ist definitiv mal wieder eines jener Alben, die beim ersten Hören nicht gefallen können und dies wohl auch nicht wollen. Vielmehr braucht es etwas Zeit das Ohr an den etwas ungewöhlich rauen Sound zu gewöhnen, um dann dessen Facettenreichtum ausgiebig zu ergründen.

7 | 10 Punkten - Holger

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