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Album-Reviews

Ballboy - "A Guide For The Daylight Hours" (Sputnik Records)


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Ballboy
Sputnik Records
Manchmal sollte ich meine Rezensionen besser vorbereiten: Mal eben kurz auf die Bandsite gesurft, da steht was von wegen so ähnlich wie die „Strokes“, noch zwei Sekunden ist das erstbeste mp3 reingehört; passt schon, lässt sich ganz fix 'n Review drüber schreiben. Hält man dann eine paar Tage später das Album in seiner vollen 40minütigen Pracht in den Fingern, stellt man ganz schnell fest, dass man sich da gerade mal wieder ziemlich in die Scheiße geritten hat. Da bleiben dann nur zwei Möglichkeiten: Das Dilemma ganz dezent verschweigen oder Augen zu und durch... Wenn dann nach nicht mal 48 Stunden schon die erste Promotante das Review anmahnt, bleibt nur noch Variante Nr. 2 – der Nachschub will schließlich gesichert bleiben...
Also kurz gesagt heißt das Dilemma „A Guide For The Daylight Hours“ von der Schottischen Truppe „Ballboy“. Von Sound her würde ich mal sagen, so eine Mischung aus „Placebo“ und „REM“- wobei mich vor allem der Gesang immer wieder an Letztere erinnern will, also mal nicht das übliche grobschlächtige Rotzrockgekloppe der schon genannten „Strokes“, eher was ruhigeres und ein bisschen depri und detailverliebt... Am besten wohl wie die erste Nummer des Albums zu bezeichnen: „Avant Garde Music“.
Musikalisch geht die Sache einmal quer durch den Garten: Mal einfacher Rumpel-Rock a la „Stooges“, der allerdings aufgrund des Sounds etwas nach angezogener Handbremse klingt – aber hin und wieder scheint dann doch etwas Rotz durch, dann noch langwieriger Pop-Rock a la „REM“ , ein kleiner Ausflug in die Country-Ecke und natürlich Depri-Balladen mit Streichereinsatz. Dazu geht's dann textlich um die ganz großen Fragen der Menschheit, wie schon die Songtitel vermuten lassen: „I Wonder If You're Drunk Enough To Sleep With Me Tonight“ - da hat man dann für den nächsten Literaturzirkel ordentlich was zu diskutieren ;-)
Dann kommt jetzt natürlich noch der ekelige Teil mit der Bewertung, der bei solchen Nummern natürlich noch ekelhafter wird: Richtig rocken tut's natürlich nicht, dafür ist's zu seicht und eher als Pop angelegt. Für Pop ist die Geschichte eigentlich ganz gelungen und rockt gelegentlich auch ein bisschen, sonst hätte ich mich wohl doch für Variante 1 entschieden. Jedenfalls klingt's auch beim 10. durchhören noch nicht langweilig – irgendwie entdeckt mal immer mal wieder das eine oder andere neue Detail. Wohl was um seinen Tinnitus endlich mal auszukurieren und die Nachbarn mal kräftig zu erschrecken...

7 | 10 Punkten - Holger

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