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Torfrock - Cloppenburg - Stadthalle (29.12.2011)
Das Jahr 2011 endet konzerttechnisch um die Ecke – bis nach Cloppenburg sind es gerade mal 25 Kilometer. Dort sind Torfrock mit der 22. Auflage der Bagaluten-Wiehnacht Gast in der Stadthalle. Guter Jahresabschluss bei kultigem Ambiente denke ich mir, packe meine Schwester und diverse Bekannte ein und mache mich auf den Weg in die Kreisstadt. Vor einigen Jahren habe ich die Torfmoorholmer mal auf dem Rock-Harz-Festival gesehen, die Bagaluten-Wiehnacht ist bislang irgendwie an uns vorbeigegangen. Aber diesen Fauxpas beheben wir heute ja. Ein Parkplatz ist schnell gefunden, so braucht man nur kurz durch den Regen laufen und kann direkt in das Foyer der Stadthalle, wo Getränkestände und Merchandising auf den geneigten Besucher warten. Vor der Halle gibt es sogar noch ne Frittenbude. Die Preise an diesem Abend gehen wirklich in Ordnung, vor allem die Getränkepreise sind wirklich fair.
Den Abend eröffnen die Wohnraumhelden aus Hannover. Schwierig, die Musik zu kategorisieren. Der Albumtitel „Rock’n’Roll Puppentheater“ passt eigentlich ganz gut. Eine Mischung aus Rock und Comedy. Das Publikum reagiert anfangs verhalten, doch so nach und nach kann man die Leute für sich gewinnen. Erst recht, als der Song „Fleischsalat“ gespielt wird. Den Text kennt eine Gruppe am Tresen scheinbar und gröhlt lautstark mit, was die 2-Mann-Combo sichtlich amüsiert. Überhaupt, das Publikum: Hier ist von 18 – 80 wirklich ALLES vertreten, schön bunt gemischt. Hier mal jemand im Metallica-Shirt, dort eine Gruppe Senioren, die dem Treiben grinsend zuschaut... Gute Mischung. Viele tragen die markanten Wikinger-Hörner-Helme und sind gut gelaunt. Die Wohnraumhelden zünden mit der David-Beckham-Hommage „Metrosexuell“ einen weiteren Hit, und werden nach ihrem Programm vom Publikum zu einer Zugabe auf die Bühne zurückbeordert ( „Fleeeeeeiiiischsalaaaaaat!“ ). Mission „Einheizen“ gelungen, maximaler Erfolg eingefahren.
Es folgt wie gehabt eine Umbaupause, die allerdings von recht kurzer Dauer ist. Dann betreten Klaus Büchner, Raymond Voß, Stefan Lehmann und Volker Schmidt die Bühne und legen mit „Kettenhemd“ los. Die Bewegungsfreudigkeit wird mit zunehmendem Alter natürlich weniger, trotzdem macht es Spass, sich das Treiben auf der Bühne anzusehen. Es folgen mit „Rut mit’n Torf“ und „Presslufthammer B-B-B-B-Bernhard“ die ersten Hits, zur „Butterfahrt“ schunkeln die geschätzten 700 Leute nahezu ausnahmslos alle mit. Die größten Resonanzen rufen natürlich die Kulthits „Rollo, der Wikinger“, „Beinhart“ und „Volle Granate, Renate“ hervor, bei der die Cloppenburger einen ziemlich guten Chor abgeben. Auch der „Trunkenbold“ darf natürlich nicht fehlen, hier jammt die Band ein wenig und Klaus spielt zwischendurch wieder Flöte. Beeindruckend, wie textsicher selbst die ältesten Zuschauer sind. Zwischendurch gibt Klaus auch immer mal wieder Weihnachtsgedichte oder auch „Weihnachtsproblemgedichte ( „Die Gans“ ) zum Besten, was natürlich zur allgemeinen Erheiterung beiträgt. Zum Schluss gibt es noch den Weihnachtshit „Leise pieselt das Reh gelbe Spuren in den Schnee“ und den neuen Song „Rock“, der zusammen mit den Wohnraumhelden intoniert wird und phasenweise an Volbeat ( !!! ) erinnert. Danach ist nach 1 Stunde und 45 Minuten Schluss. Gitarrist und Reibeisen-Stimme Raymond wirft noch ein paar Pommesgabeln ins Publikum, die Bands verbeugen sich, dann fällt der Vorhang.
Dieser Abend zeigt vor allem, dass Torfrock mehr sind, als eine Blödel-Combo: Hier stehen verdammt gute Musiker auf der Bühne! Den Leuten hat’s gefallen, die Hütte war gut voll – viele Besucher auch – was will man mehr?


www.youtube.com/v/QpU37YB_GN0



www.youtube.com/v/Ld-fltQZQIs



www.youtube.com/v/gz2k-XFkxnE


Eisen-Dieter

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