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D.R.I. - Osnabrück - Bastard Club (07.11.2011)
8 Jahre ist es mittlerweile her, dass ich die älteren Herren von D.R.I. das letzte Mal gesehen habe, was Grund genug für mich war, Richtung Osnabrück aufzubrechen...

Vorsichtshalber habe ich mich auf eine VVK-Liste setzen lassen, um nicht vor verschlossenen Türen stehen zu müssen, weil vielleicht viele Mitmenschen meinen guten Musikgeschmack teilen und der Bastard Club wegen Überfüllung geschlossen wird. Als ich dann aber in Osnabrück angekommen bin, habe ich gemerkt, dass das wohl etwas zu vorsichtig und zu optimistisch war…neben mir waren um 10 Minuten vor Beginn noch 8 andere Leute da. Die Zeit bis zum Beginn nutzte ich zum Kauf des obligatorischen „Shanking Man“-Shirts und einer kurzen Begrüßung des sympathischen Frontmans.

Als ich das Shirt zum Auto gebracht habe und wiederkam, spielte bereits die erste Band. Da ich aber die beiden Vorbands Rising und Hammercult nur namentlich kannte und bis dato noch kein Stück der Dänen oder der Israelis gehört habe, konnte ich nur hochrechnen, welche Band da gerade auf der Bühne stand...

Und richtig, es waren Rising. Aufgrund des schlechten Sounds kann ich musikalisch nicht viel berichten, fand die Musik aber eher langweilig und monoton. Auch das Acting auf der Bühne war sehr lahm und die Ansagen zwischen den Liedern waren fast nicht existent. Ich hatte nicht das Gefühl, dass hier eine Band auf der Bühne steht, die bereits eine Scheibe raus gebracht und schon einige Liveerfahrung hat…Den neben mir stehenden Zuschauer schien es ähnlich zu gehen, was ich ihren Aussage am Set-Ende entnehmen konnte.

Nach ca. 20 Minuten Umbauphase standen dann die Jungs von Hammercult auf der Bühne und haben mich von der ersten Sekunde an mehr als überrascht und überzeugt. Der Sound war relativ gut und die thrashige Metal/Punk Mischung hat zum Kopfnicken animiert. Mittlerweile wurde der Laden immer voller und auch direkt vor der Bühne stand nun der ein oder andere, dem die Musik zu gefallen schien. Ich konnte jedenfalls nicht anders und musste durchgehend mitwippen, wenn das Tempo mal gerade nicht zu hoch dafür war und auch das Gekeife des Sängers hat sehr gut in die treibenden Songs gepasst. Der gute Eindruck wurde im Nachhinein auf der gekaufte EP bestätigt und ich bin gespannt auf das folgende Debut...

Dann war es nach einer weiteren Umbaupause endlich soweit und die „Schwachsinnigen“ standen auf der Bühne... Und es hat sich definitiv gelohnt, nach Osnabrück zu kommen. Zwar war der Anfang des Gigs leicht verwirrt (was nicht weiter verwundert) und die Jungs hatten keine Setlist, weshalb hin und wieder überlegt werden musste, welcher Song der nächste sein könnte. Diese Pausen wurden allerdings gut gefüllt und der Basser (neu?) unterhielt die Menge mit qualitativ hochwertigen Ergüssen. Die beiden Gründungsmitglieder Spike Cassidy und Kurt Brecht hatte scheinbar einen sehr guten Tag und der Gitarrist schnitt fast durchgehend Grimassen und poste was das Zeug hielt. Kurt stand zwar mehr oder weniger in gewohnter Manier eher ruhig auf der Bühne aber überzeugte stimmlich auf ganzer Linie und animierte die „Masse“ des mittlerweile gut gefüllten Bastards Club zum Tanz.

Musikalisch wurden eigentlich Lieder aus jeder Phase der Band gespielt und sogar aus den letzten 16 Jahren, in denen keine Platte veröffentlich wurde, erklang „Against Me“, das auf der Homepage der Band runtergeladen werden kann. Lieder wie 5 Years Plan, Liar, Violent Pacification, Beneath The Wheel wurden alle mit viel Spielspaß runtergezockt und mit einer Spielzeit von knapp 90 Minuten inklusiver kleinerer Pausen, konnte sich eigentlich keiner der Anwesenden beschweren…und bei einem Eintrittspreis von 12 € schon gar nicht.

In einem kurzen Gespräch nach dem Gig teilte Spike mir noch mit, dass eventuell eine Mini-LP aufgenommen werden soll, was mich hoffen lässt und mich mit einem durchgängigen Grinsen nach Hause fahren ließ...

Danke D.R.I.

Jesperman

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