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Reload Festival - Sulingen (01.07.2011 - 03.07.2011)
Ok, mein erster Festival-Bericht. Schwierige Sache, wenn man kaum Bands gesehen hat und sich an die wenigen Shows auch nur noch sehr schwammig erinnert.
Zurückzuführen ist das natürlich in erster Linie auf die Festival-typischen Begleitumstände wie z.B. mit wildfremden Leuten einen trinken, mit Leuten, die man kennt und zufällig getroffen hat, einen trinken, oder – der Regelfall – man trinkt mit seinen eigenen Leuten.
Ich hab mich jedenfalls für alle 3 Varianten entschieden, und somit sind die folgenden Ausführungen auch mit höchster Vorsicht zu genießen und alle Angaben sind wie immer ohne Gewähr ;)

Tag 1 startete für unsere Truppe um 17:00 Uhr mit den Emil Bulls. Die legten auch direkt wie erhofft mit dem Brecher „Here comes the fire“ brachial los und konzentrierten sich in den folgenden 50 Minuten hauptsächlich auf ihr ( noch ) aktuelles Album „Phoenix“, was immer wieder Highlights ( „Nothing in this world“ ) nach sich zog. Die Band war in bester Spiellaune und hatte das Publikum fest im Griff. Zum Kracher „Worlds apart“ gab’s noch ne schöne Wall of Death, in der sogar auch der Verfasser dieser Zeilen mitwirkte.
Im Anschluss haben wir uns Fiddlers Green vom Tresen aus angeguckt, und ich muss sagen, dass die Truppe gut Stimmung macht. Songs wie „Bugger off“ taten dann ihr Übriges, so dass ich den Rest des Abends mit mehr oder weniger bekannten Gesichtern das eine oder andere Glas geleert habe.

Der Samstag begann, wie der Freitag aufgehört hat – mit Whiskey/Cola und lauter Musik. Zumindest hatte so der Kater vom Vortag keine Chancen, sich breit zu machen.
Da das Gelände kurze Wege bot, konnte man sich auch mal eben schnell ein leckeres Fischbrötchen holen ( sensationell günstig – Brötchen mit einer warmen Fischfrikadelle für 1,50 € ), feine Sache, das.

Die Bands, die ich sehen wollte, habe ich bis auf wenige Ausnahmen alle verpasst, dafür allerdings viele neue, nette Leute kennengelernt. Eine der wenigen Bands, die ich gesehen habe, waren Dampfmaschine, die früher mal Good Witch of the South hießen.
Die boten allerdings eine ziemlich coole Show. Die Band spielte komplett oberkörperfrei und warf sich in die großen Rockstar-Posen. Musikalisch boten die Osnabrücker soliden Punkrock mit deutschen Texten. Runde Sache, Daumen hoch!

Durch die bereits erwähnten widrigen Umstände habe ich leider The Bones verpasst, aber wiederrum ein paar coole Leute kennengelernt. Ill Nino habe ich dadurch auch größtenteils verpasst, aber wenigstens konnte ich mir vor Limp Bizkit einen vernünftigen Platz erkämpfen, was unter Alkoholeinfluss deutlich einfacher von der Hand ging. Hier machte sich bemerkbar, dass viele Leute extra wegen der Band nach Sulingen gekommen waren.
Die Band hatte ordentlich aufgefahren und servierte altbekannte Hits und lediglich 3 neue Songs. Eigentlich schade, denn das neue Album ist nun wahrlich nicht schlecht, und Songs der Marke „Shark Attack“ oder „Shotgun“ hätten sich live bestimmt auch gut gemacht. Wie dem auch sein, an Songs wie „Break Stuff“, „Take a look around“ und natürlich „Nookie“ kommt niemand vorbei und die Menge hüpft sich die Seele aus dem Leib.
Ich scheinbar auch, wie diverse Abschürfungen und blaue Flecken am Folgetag vermuten lassen. Nun ja. Ein super Auftritt jedenfalls, da kann es keine 2 Meinungen geben. Lediglich die Schmonzette „Behind blue eyes“ hätten sich LB von mir aus schenken können und gegen einen Song Deiner Wahl eintauschen können, aber das ist Meckern auf hohem Niveau. Bei unserer anschließenden Aftershow-Party wurde der Tag noch mal ausführlich analysiert und auch noch das ein oder andere kalte Getränk vernichtet. Als dann plötzlich ca. 50 unbekannte Menschen bei uns im Pavillon standen und mitfeierten, wusste ich, es ist Zeit für mich zu gehen.

Am Sonntag machten sich dann die 2 durchzechten Nächte am Stück bemerkbar, und auch die Nachricht, dass das Fischfrikadellen-Brötchen für einsfuffzig ausverkauft war, trug nicht wirklich zur Erheiterung bei. So war ich dann auch nicht in der richtigen Laune, mir Fozzy und Mr. Irish Bastard zu geben, obwohl ich beide Bands eigentlich mag. Jeweils kurz vor die Bühne gestellt, zugehört, abgehauen. Schon anstrengend, so ein Festival.

Erst als Daniel Wirtz und Band die Bühne betreten, ist der Kater ein wenig vergessen. Wer seine Show mit einem Kracher der Marke „L.M.A.A.“ eröffnet, kann eigentlich nicht viel falsch machen und schnell gesellten sich einige interessierte Leute hinzu. Witzige Notiz am Rande: An dem Wochenende wurde ich des öfteren gefragt, ob es sich bei Daniel Wirtz um „Der W“ handelt. Keine Ahnung von deutscher Musikgeschichte, solche Leute ;)
Mr. Wirtz jedenfalls führt geschickt und souverän durch die 45 Minuten, in denen er die Höhepunkte seiner 2 Solo-Alben zum Besten gibt.
Im Anschluss starten Soilwork ihren Set mit „Follow the Hollow“ und „The Crestfallen“ überfallartig, und auch das anschließende „Late for the kill, early for the slaughter“ lässt kaum Luft zum Atmen. Die Band spielt unglaublich tight und hart, Sänger Speed hat auch einen guten Tag erwischt und ist bestens bei Stimme. Ich habe Soilwork schon häufig live gesehen, aber diese Show ist absolute Oberklasse. Der agile Auftritt und eine hervorragende Setlist lassen Soilwork so zu einem der absoluten Highlights dieses Festivals werden.

Danach schicken sich Agnostic Front an, Sulingen in seine Einzelteile zu zerlegen. Fand ich die Show anfangs etwas lahm, nahm diese nach einigen Minuten aber an Fahrt auf und präsentierte die Hardcore-Legende in bestechender Form. Und da man gehen soll, wenn’s am Schönsten ist, machte ich mich nach diesem Auftritt auch auf den Heimweg. So habe ich leider Papa Roach verpasst, die werde ich mir bei Gelegenheit aber noch mal in einem Club ansehen.

So bleibt mir als Fazit zu sagen: Cooles Festival! Nette Leute, kurze Wege.
Glücklicherweise war das Gelände nicht überlaufen und man hatte überall gut Platz.
Organisation: Hier bin ich hin- und hergerissen. Musste ich anfangs noch die reibungslose Anfahrt und die Aufteilung der Plätze loben, so wich meine Anfangseuphorie später ein wenig aufgrund folgender Tatbestände:

- wenig Toiletten, keine Dixis auf den Zeltplätzen
- daher lange Schlangen zu den Stoßzeiten vor den Toiletten
- lange Schlangen bei der Müllabgabe / Rückgabe des Pfands
- wenig Mülleimer auf dem gesamten Gelände
- man konnte nicht am Auto zelten
- Glasverbot auf dem gesamten Gelände
- lange Schlangen am Einlass, da die Leute übertrieben lange kontrolliert wurden. Das war echt hochgradig lahmarschig

Ob sich das Ganze finanziell gelohnt hat, steht auf einem anderen Blatt, aber ich hoffe es einfach mal für die Veranstalter, da es wie gesagt ein sehr angenehmes Festival war.

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Reload Festival

Eisen-Dieter

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