Stage One Studio

Live-Reviews

Wirtz - Hamburg - 917xfm-Studio (01.09.2011)
„Zugabe! Zugabe!“ – ca. 50 Leute brüllen sich die Seele aus dem Leib, dabei wurde noch keine einzige Note gespielt. Um die Menschen, die diesem exklusiven Unplugged-Auftritt vor dem Radio lauschen, ein wenig zu verarschen, zieht Daniel Wirtz bereits zu Beginn alle Register und schwört die Anwesenden auf die nun folgende Stunde ein.
Um zu den glücklichen Menschen zu gehören, die das Ganze auch zu sehen kriegen, musste man an einer Verlosung teilnehmen und hoffen, da es keine Tickets zu kaufen gab.
Das Glück war mir endlich einmal hold und so machte ich mich an diesem Donnerstagabend auf nach Hamburg. Das Funkhaus am Messberg war schnell ausfindig gemacht und schon bald erblickte ich einige vertraute Gesichter. Die Sache mit der Gästeliste klappte prima, und so nahm ich meinen Platz (Sitzplatz!) in der ersten Reihe ein. Scheinbar gilt heute der Spruch „Bei ARD und ZDF (und Wirtz) SITZEN Sie in der ersten Reihe“. Mal was Neues. Getränke bot der Hamburger Radiosender auch an, und eine gute Viertelstunde vor Beginn trudelten Daniel, Christian und Keile ein und spielten sich auf der Bühne ein wenig warm.
Wenige Tage zuvor feierte das gerade veröffentlichte dritte Album „Akustik Voodoo“ einen sensationellen Chartentry auf Platz 5 der deutschen Longplay-Charts.
Doch der gute Mann wirkt nicht im Ansatz so, als würde er deshalb abheben, das hat auch der kurze Plausch nach der Show eindrucksvoll bestätigt. Nun zum eigentlichen Konzert:
Es werden keine großartigen Ansagen seitens des Senders gemacht, lediglich die Handys sollte man doch bitte ausmachen (das war’s dann mit dem Video, Mist!). Sonst nix.
Hätte eigentlich erwartet, dass sie lustige Zwischenrufe wie „Slayer!“ oder „Penis!“ noch unterbinden, aber bitte. Freie Bahn also. Wirtz ermutigt die Anwesenden, das Radiopublikum mit diversen akustischen Spielereien wie plötzliches lautes Johlen zu verwirren. Und so startet die Show auch unter bereits eingangs erwähnten „Zugabe“-Chören, was der grinsenden Band sichtlich gefällt und Daniel ein „Ok, einen machen wir noch“ abverlangt.
Die Band steigt mit „L.M.A.A.“ ein, eigentlich eine lupenreine Kick-Ass-Nummer (im wahrsten Sinne des Wortes), die nun im akustischen Gewandt daherkommt. Und es funktioniert. Die 3 Musiker, jeder mit einer Akustik-Klampfe bewaffnet, interpretieren die 12 Songs mit sehr viel Gefühl. Der Sound ist absolut fantastisch. Daniel ist gut aufgelegt und scherzt zwischen den Songs immer mal wieder. Stimmlich ist das, was er heute Abend abliefert, einfach nur überragend. Auf „normalen“ Konzerten muss er ja gegen die Gitarren anschreien, hier jedoch kann man sich einfach mal zurücklehnen und andächtig lauschen.
Und genau das macht der Großteil auch – es wird kaum mitgesungen, die meisten genießen einfach. Macht auch Spaß, eher schnellere Songs in der unplugged-Version zu hören, „Weil ich so bin“ zum Beispiel. Vom neuen Album werden 3 Songs gespielt, die Setlist beinhaltet einige Überraschungen, die ich so nicht erwartet hätte. Schön, dass „Overkill“ gespielt wurde, ein toller Song. Und so findet das Konzert nach einer Stunde ein jähes Ende. Da die Band glaubt, noch auf Sendung zu sein und noch 3 Minuten Zeit zu haben (was sich nachher als Irrtum herausstellt), wird noch flugs „Ne Weile her“ intoniert, sicherlich der größte Hit der Truppe. Da der Sender allerdings schon ausgeblendet hat, kommen nur die Anwesenden in den Genuss der Nummer. So geht ein ungewöhnliches, eigenwilliges und unverhofft lustiges Konzert viel zu schnell zuende. Wobei – lustig ist es bei Wirtz eigentlich doch immer, nur in diesem Zusammenhang hätte ich da so nicht mit gerechnet, von wegen Radio-Live-Übertragung, Unplugged und so. Habe mittlerweile auch den Mitschnitt des Konzerts vorliegen (coole Erinnerung, danke Kim), kam im Radio auch gut rüber, Sound war wie erwartet hervorragend.
Bleibt als Fazit zu sagen: eine sehr exklusive Nummer, sehr interessant, mal bei so was dabei gewesen zu sein. Großartiger Künstler, hervorragende Backing-Musiker, cooles Ambiente.
Eisen-Dieter auf nem Unplugged-Konzert… vor einigen Jahren hätte ich das selbst am allerwenigsten für möglich gehalten. Naja, man wird halt alt ;)
Demnächst dann wieder unter „normalen“ Vorzeichen auf der Clubtour im Herbst – ich freu’ mich schon. Dann liest man sich wieder hier!


Setlist:

L.M.A.A.
Frei
Overkill
Strom der Zeit
Weil ich so bin
Nada Brahma
Weisse Stellen
Hier
Scherben
Keine Angst
Mon Amour
Ne Weile her

Eisen-Dieter

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