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Benzin - "Streichholzschachtelmasterplan" (mossBEACH / Rough Trade)


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Benzin
mossBEACH / Rough Trade
Hey, die Jungs von Benzin sind wieder da. Ich glaube seit etwa sechs Jahren verfolge ich das Quartett aus den Südstaaten nun mittlerweile (oder die mich – je nach Standpunkt). Und da es mal wieder Zeit für neuen Output war, hat man den auch prompt unter dem Titel „Streichholzschachtelmasterplan“ abgeliefert.
Viel vorgenommen hat man sich diesmal. „Indiestar“ will man sogar werden – aber bis auf den elenden Albumtitel ist da gottseidank von Hamburger Schule und Konsorten nicht viel zu spüren.
Eher bleibt man dem an dieser Stelle schon häufig gerühmten Konzept weiterhin treu: Deutschsprachiger Rock mit den Wurzeln irgendwo im Punkrock – aber nach allen Seiten offen. So passen auch eher philosophisch-poetische Nummern wie „Bewegung“, das etwas an den guten alten Bela B erinnert, oder etwa das schrullig-schräge „Fuenfzehn“, was man fast schon als Hommage an Element Of Crime sehen kann. Gut, in der Hinsicht vielleicht doch etwas dran am Indierock.
Ansonsten überwiegt auch weiterhin das Rezept, mit dem man schon die früheren Alben bestritt: Schnelle geradlinige Rocknummern, die direkt auf den Punkt kommen („Stopp“), einprägsame Refrains, die zum mitgröhlen anregen („Alles was du sagst“, „Hol mich hier raus“), und das Ganze garniert mit Wortwitz und schlimmen Wortspielen („Europa“).
Gerne begibt man sich auch wieder auf die Sinnsuche der kleinen und großen Dinge des Lebens – wird mal tiefgründig („Augen auf Ohren auf“), mal melancholisch („Herbst“).
Einzig die sinnfreien Spaßnummern der frühen Jahre sind mittlerweile passee und einer gewissen seriösen Abgeklärtheit gewichen, die aber weiterhin mit einer ordentlichen Portion Wut im Bauch und der Faust in der Tasche vorgetragen wird.
Kurz gesagt: Die Jungs habens echt drauf und jedes weitere Wort wäre nur Gelaber.

8 | 10 Punkten - Holger Bastisch

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