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Benzin - "Chor der Kaputten" (Hamburg Records)


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Benzin
Hamburg Records
Wenn es in diesem, noch recht kurzen Jahr, einen Preis für den wohl passendsten Albumtitel gäbe, würde man diesen im Hause Benzin sicherlich locker einsacken. Denn wer schon eine der bisherigen drei Platten des Ulmer Quartetts kennt weiß, dass man mit „Chor der Kaputten“ ziemlich genau den Nagel auf den Kopf trifft.
So legt Chor auch gleich hektisch-holprig los und fordert „Keine Macht der Beatmusik“ um sich anschließend mit der Säufer-Ode „Hermann“ seinem eigentlichen Lieblingsthema zu widmen: Dem Scheitern. Ob nun mit rastlosen treibenden Beat in der Liebe („Schutt und Asche“), sich in seiner eigenen Erfolgs- und Antriebslosigkeit suhlend („Lottergewinn“) oder beswingt über die Bedeutungslosigkeit des Seins sinnierend („Licht aus Las Vegas“); das Thema zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Album - ob nun als poetischer Indierock mit Chorgesang getarnt, wie im Titeltrack, oder im ruhig nachdenklichen „Zweiweltenmoment“.
Irgendwo zwischen weisen Altpunks und nassforschen Indierockern stellt man fest: „Unsere Jugend ist vorbei“ - „und das schon etwas länger“ mag man hier beim Blick auf immerhin schon rund 15 Jahren Bandgeschichte gerne etwas gehässig einwerfen.
Apropos Altpunks: Das Rocken hat man bei Benzin natürlich auch nicht verlernt: Mit „Münchhausen“ zieht man mal eben die Spaßpunk-Karte aus dem Ärmel und bei „Mann über Bord“ gibt man auf bewährt debile Art auch richtig Gas. Dazu noch das genervt-angepisste Rock'n'Roll-Verhör „Doppelgänger“, das in seiner ganz eigenen Liga spielt. Als Rausschmeißer wird noch das kautzig-schräge „Sommer 96“ geliefert, bevor sich der Vorhang für den „Chor der Kaputten“ wieder senkt.
Mit scheint es fast so, als sei es gelungen gegenüber den Vorgängeralben etwas mehr Druck und Esprit auf Platte zu bannen. Alles in allem eine blitzesaubere abwechslungsreiche Rockscheibe, die sich über 40 Minuten weder Längen noch sonstige Schwächen leistet.


www.youtube.com/v/hLKjnkbukeI

9 | 10 Punkten - Holger

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