Stage One Studio

Interviews

Napalm Death
Im Anschluss an das Konzert im The Pound (San Francisco) hatte ich noch Gelegenheit mit einem bestens gelauntem Barney Greenway von Napalm Death bei vegetarischen Snacks ein kurzes Interview zu führen...

Wie laueft die Tour bisher?

Sehr gut, das Publikum ist grossartig und wir haben ein gute Zeit ueberall. Cannibal Corpse zieht ein etwas anderes Publikum als wir. Aber die Mischung funktioniert jeden Abend gut, alle haben Spass. Wir koennten noch mehr Shows spielen und wollen im naechsten Jahr noch eine Tour in den USA machen, eventuell mit den Melvins.

Habt ihr am Abend gespielt als die Wahlergebnisse bekannt geworden sind?

Ja es war bedrueckend. Wir waren in Los Angeles und es war einfach bedrueckend. „Four more years“ - jeder war fassunglos. Wir haben trotzdem einen ordentlichen Arschtritt ausgeteilt. Es muss weitergehen, wir muessen gegen diese Politik antreten und duerfen nicht aufgeben. Ich meine, schau was AJ passiert ist (AJ, die Organisatorin des Konzertabends, war zwei Tage zuvor an einer Lungenentzuendung gestorben. Sie hatte keine Krankenversicherung, konnte sich keinen Arztbesuch leisten und hatte versucht sich auf eigene Faust auszukurieren). Man muss als junger Mensch nicht im 21. Jahrhundert an einer Lungenentzuendung sterben. Aber das ist die Realitaet hier, die Leute koennen sich es nicht leisten zum Arzt zu gehen und mit dem Reformprogramm, dass Bush vorhat wird das noch schlimmer. In Europa ist es auch nicht besser, das NHS (National Health System - Krankenversicherung in England) wird auch immer schlechter. Die Leute muessen endlich anfangen, nachzudenken und zu handeln.

Apropos Handeln: neben Deinem ‚Job’ als Saenger von Napalm Death arbeitest Du auch fuer eine Gewerkschaft. Welche Gewerkschaft ist das und in welcher Funktion bist Du da taetig?

Ja, es die British Musicians Union (http://www.musiciansunion.org.uk). Wir vertreten die Interessen von Musikern. Ich bin hauptsaechlich Kontaktperson zu Bands und jungen Musikern. Die kommen zu uns wenn sie Probleme mit Veranstaltern oder Labels haben. Ich vermittle ihnen dann Hilfe, z.b. unsere Rechtberatung, die sich um den juristischen Kram kuemmert. Es gibt solche Gewerkschaften fuer Musiker weltweit, sie sind aber immer noch zu unbekannt. Es ist gut und es sollten sich vielmehr Leute darum kuemmern ihre Interessen zu vertreten!

Auf eueren Platten erfaehrt man nichts ueber Deine Gewerkschaftsarbeit und ich wusste bis vor kurzem auch nicht davon, bis ich das in einem Interview mit Dir gelesen habe. Siehts Du nicht eine Moeglichtkeit Napalm Death und Deine gewerkschaftliche Arbeit staerker zu verbinden?!

Napalm Death ist eine politische Band und wird es immer bleiben. Das kommt in meinen Texten deutlich zum Ausdruck und hier werden wir in Zukunft eher noch zulegen. Aber ich mag es auch mit Leuten direkt zu sprechen, und ihnen nicht von oben herab, von der Buehne oder so was eintrichtern. Da gebe ich lieber Interviews oder spreche einfach direkt mit den Leuten.

Direkt vor der Tour wart ihr im Studio um eine neues Album einzuspielen.

Wir sind sehr, sehr zufrieden mit der neuen Scheibe. Sie ist intensiv, sie ist schnell und sie ist agrressiv (Einwurf von Drummer Danny Herrrera „Very agrressive!!“) und wir hatten einige alte Freunde im Studio. Jamey Jast von Hatebreed und Jeff Walker von Carcass haben einige Vocals eingesungen. Die Platte ist sehr schnell! Wir sind am besten wenn wir schnell sind (lacht), aber es sind auch einige mehr ungewoehnliche Riffs dabei. Das Album wird „The Code is Red, Long Live the Code“ heissen und erscheint im Fruehjahr. Der Titel bezieht sich auf die Codes fuer das Terrorwarnsystem, dessen hoechste Stufe Rot ist.


Euer Show heute war sehr direkt, sehr nach vorn, und ihr klingt rotziger, mehr in Richtung Punk & Hardcore.

Ja, das kommt weil wir alle so angepisst sind von der politischen Situation (lacht)! Die Band ist besser denn je, wir sind sehr zufrieden, es funktioniert gut, es ist intensiv und die Leute moegen uns, auch wenn eine Gitarre fehlt.

Was ist mit eurem zweitem Gitarristen Jesse Pintado?

Er hat sich zwei Jahre Ausszeit genommen. Er muss persoenliche Aachen aussortieren und das hat Prioritaet. Wir haben ihn nicht gefeuert, es gab keine boesen Worte, keinen Streit. Er brauchte einfach Zeit fuer sich und wir sind gluecklicherweise in einer Situation in der das moeglich ist. Die Band ist jederzeit offen fuer seine Rueckkehr.


Wo sieht Du Naplam Death in zehn Jahren?

Ich weis es nicht. Ich meine ehrlich, eine solche Frage kann ich unmoeglich beantworten. Haettest du mich vor zehn Jahren gefragt, haette ich vorraussehen koennen, dass wir immer noch da sind, das wir touren, dass Leute uns immer noch neu fuer sich entdecken?! Nein, aber es ist fantastisch das es so ist! Solange die Welt ist wie sie ist, machen wir weiter!

Links:
Napalm Death
Interview Christoph

Reviews zum Thema "Napalm Death"

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