Stage One Studio

Live-Reviews

Fuck Christmas Festival - Markthalle/Marx/Kunstraum - Hamburg (18.12.2004)
Am 18. Dezember, eine knappe Woche vor Weihnachten, war es wieder soweit. Das inzwischen mehr als renommierte Fuck Christmas Festival fand wieder statt. Die Organisatoren hatten ganze Arbeit geleistet und knapp 30 Bands aus den unterschiedlichsten Bereichen der Musikszene eingeladen. Sehr schön ist es, dass auch Bands ohne Deal und unbekanntere Bands eine Plattform finden sich zu präsentieren. Ich hoffe an dieser Philosophie wird festgehalten.
Neben "kleineren" Bands wurde aber ansonsten auch international aufgefahren und mit Bands wie Ektomorf, Cataract, Hatesphere und Painfield wurde sogar aus dem Ausland eingeladen, sehr löblich.
Mit der Markthalle und ihren kleinen Geschwistern, dem Marx und dem Kunstraum verfügen die Veranstalter natürlich über eine ausgezeichnete Location und auch nur deswegen kann man es schaffen 27 Bands an einem Abend spielen zu lassen.
Und über 1500 Besucher sprechen doch eine eindeutige Sprache, solche Events sind beliebt und sollten auch in den nächsten Jahren wiederholt werden.
Da ich dieses Jahr leider ganz alleine, ohne King-Asshole Unterstützung anreisen musste, konnte ich natürlich nicht alle Bands sehen und daher werde ich auch eher einen kleinen Abriss mit einigen Eindrücken schreiben.
Durch eine Mitfahrgelegenheit war ich schon gegen Mittag da und konnte bei Bier und Brötchen einigen Soundchecks und Aufbauten beiwohnen, auch mal interessant.
Ich unterhielt mich noch kurz mit den Veranstaltern, die recht optimistisch in das Unterfangen 5. Fuck Christmas gestartet waren.
So ab 15 Uhr wurden im Vorraum diverse Stände aufgebaut, sei es die diversen Merchandise-Stände der Bands (ich glaube Hatesphere hatten ihn schon um 13 Uhr fertig), Labelstände oder Magazinstände und allgemein Verkaufsstände.
Gegen 17 Uhr war Einlass und die ersten Metalheads stürmten den Saal.
Draussen war wirklich bescheidenes Wetter und es lud in der Tat zum Reinkommen ein.
Um 18 Uhr begannen die Hamburger Mad Doggin' als Opener in der Markthalle und diese war so ca. zu einem Drittel gefüllt. Die Jungs spielten ihr Set souverän runter, wirkten aber nicht so überzeugend wie zuletzt. Vielleicht lag es an den recht verhaltenen Reaktionen des Publikums, ist natürlich auch nicht so dankbar den Opener zu machen.
Der Sound der Jungs war allerdings recht imposant und der Mischer machte einen guten Job, von daher schon ein solider Start in einen lauten und anstrengenden Abend.
Nach dem Gig verschlug es mich in den Kunstraum eine Etage höher, wo die Bremer President Evil kurz davor waren ihr Set zu performen.
Zur Überraschung der Band selber, war der Raum zu dieser Zeit schon ziemlich gut gefüllt und die Jungs legten motiviert los.
Ihre Melange aus Rock N' Roll, Thrash und Stoner mit ner Prise Punkrock kam ziemlich gut an, denn fix bildete sich ein Pogo-Moshpit vor der Bühne, der auch erst nach dem letzten Lied endete. Guter Gig der trinkfesten Bremer.
Nach den bösen Präsidenten ging ich wieder in die Markthalle, denn da spielten die Jungs von Days In Grief und was sie machten hatte wirklich TÜV, das gefiel wirklich - eine sympathische Liveperformance, eine wirklich tolle Band. Hier geben sich Aggression und Melodie die Hand. Stilistisch für mich nicht so ganz fest zu definieren, Rock mit Emocore und einigen Hardcore-Elementen.
Ein charismatischer Sänger, der die inzwischen gut gefüllte Markthalle gut im Griff hatte. Tolles Konzert, Euch werde ich mir noch häufiger mal anschauen.
Nach der coolen Band verschlug es mich zum ersten Mal ins Marx, wo die Jungs von Kilt gerade ihr Intro spielten.
Sänger Ric kam in Zwangsjacke auf die Bühne, was bei der netten Lichtshow einen coolen Eindruck hinterließ.
Ihr Set spielten die Jungs aus Kiel sehr souverän runter und man merkt, dass sie es dem Publikum zeigen wollten.
Und ich denke, dass ist ihnen gelungen.
Die Jungs verstehen ihr Handwerk und mich würde nicht wundern wenn bei deren Mischung aus modernem Metal mit melodischen Parts ein Label anbeissen würde.
Kurz vor Ende ihres Gigs wollte ich noch eben in die Markthalle, denn da schien die Meute zu toben.
Maroon brachten mit ihrem Metalcore den ganzen Laden zum Kochen.
Die Jungs hatten das Publikum gut im Griff und stellten ihr enormes Livepotential zur Show.
Die Markthalle war sehr gut gefüllt und man merkte, dass die Zuschauer auf dieses Brett gewartet haben.
Wieder zurück im Marx spielten die Hamburger Bletch auf, die ebenso im Metalcore zu Hause sind.
Technisch ist es schon sehr solide was die Jungs da spielen, besonders die Rythmusfraktion wusste zu gefallen.
Leider war das Marx nicht so gut gefüllt, was bei der enormen Konkurrenz in der Markthalle ja auch fast logisch war.
Nach dem Gig gönnte ich mir erstmal wieder ne Gerstenkaltschale und lauschte im Aufgang zur Markthalle den Klängen von Heaven Shall Burn.
Ähnlich wie bei Maroon war auch hier der Pit am Kochen.
Da ich aber mal en paar Minuten Ruhe wollte schaute ich nur ein paar Lieder und ging dann mal kurz vor die Tür.
Nach dem Luftschock vor der Tür ging ich wieder ins Marx, um den sympathischen Koroded aus Düren bei Köln zuzuschauen.
Komischerweise war das Marx auch höchstens zu zwei Dritteln gefüllt. Den Jungs war das egal und sie ballerten los wie die Feuerwehr. Sie spielten Stücke von ihrem aktuellen Output, welches vor einigen Wochen via Silverdust veröffentlicht wurde.
Durch ihre Spielfreude füllte sich die Location ein wenig, aber im Grunde hätten sie ein volles Marx verdient.
Jetzt ging es mal wieder hoch in den Kunstraum wo die Kupferstecher von Endhammer aufspielten.
Nach einem grandiosen "Hafenintro" inlusive Dampfernebelhorn legten sie los wie die Feuerwehr. Ihre Rotzrockmucke mit deutschen Texten lockte einige viele in den Kunstraum.
Das schöne an Endhammer ist, dass sie unheimlich authentisch wirken, sie nehmen kein Blatt vor den Mund und das gefällt.
Die Jungs machen Spass - Prost.
Unten in der Markthalle kam dann mein Highlight. Da ich es aufgrund irgendwelcher Umstände noch nie geschafft habe mir Hatesphere live anzusehen, wollte ich diesesmal alles richtig machen und ich stand schon Minuten vor Gigstart in der Markthalle.
Die Band begann und wenn ich das richtig verstanden habe, war der etatmässige Drummer nicht da und ein Roadie ist eingesprungen.
Der Junge war aber auch dermassen gut, der hätte heute wohl bei jeder Band mitspielen können.
Hatesphere machen keine Lieder mit Wiedererkennungswert, aber die bringen eine solche Energie rüber, das ist schier unglaublich-.
Ich meine, ich bin mit einigen Erwartungen in dieses Konzert gegangen und ich bin in keinster Weise enttäuscht worden, freue mich schon jetzt auf deren Tour mit Kreator.
Um mich ein wenig zu erholen ging ich dann wieder in den Kunstraum, wo die sympathischen Nme.Mine gleich beginnen sollten. Ihre CD wusste mir ja schon zu gefallen, melodischer Alternative-Crossover nenne ich deren Mucke mal, ein wenig an Life Of Agony erinnernd. Aber erholen konnte ich mich bei denen dann doch nicht.
Live sind die Jungs ja ein ganz schönes Brett und mit ihrem Sänger haben die eine wirklich begabte Frontröhre in ihren Reihen.
Der Gute kann nicht nur abkreischen, sondern auch tierisch melodisch mit cooler Stimme singen (Mike Patton lässt grüssen).
Die Jungs haben mich live wirklich überrascht, deren Gig hat mir ausgeprochen gut gefallen, das ist international was die machen. Für mich eines der Highlights an diesem Abend.
So langsam war ich dann aber auch gut gefüllt in Sachen Musik und Alkohol sowieso.
Also machte ich kurz Zwischenstopp bei 'Moni' unten beim Eingang und holte mir eine grandiose Brocoli-Pizza.
Mit Pizza unterm Arm und Bier in der Hand bin ich dann wieder in die Markthalle, um mir die Jungs von Ektomorf anzuschauen, wohl die Band, die ich bis dato am häufigsten live gesehen habe. Der Laden war voll, die Meute sprang auf die Performance der Ungarn an und alles war ein gewohntes Bild für mich.
Selbst wenn sie von vielen immer noch als Soulfly-Klone abgestempelt werden, die Jungs sind live eine Bank, da stimmt der Einsatz...danke !!!
Musikalisch war es das diesen Abend, habe mir noch sagen lassen, dass die Emil Bulls vor nicht mehr voller Markthalle gespielt haben und während des Gigs auch einige gingen..

Gesamtgesehen ein super Abend, der mal wieder laut und feuchtfröhlich war.
Verlierer gab es an diesem Abend nicht, wenn waren diejenigen Verlierer, die zum FC kommen wollten, aber doch kein Bock hatten.
Auffällig, dass der Kunstraum in diesem Jahr mehr Leute gezogen hat, als das Marx.

Danke an die FC-Crew, das hat gefallen und ich bin nächstes Jahr wieder dabei.

Links:
Fuck Christmas Festival

Jens Krause

Reviews zum Thema "Fuck Christmas Festival"

Days In Grief - "Behind The Curtain Of A Modern Tomorrow"

Die Kölner Days In Grief haben mit ihrem neuesten Output mal so richtig hingelangt. Konnten mich die Jungs schon vor einigen Monaten beim Fuck Christmas Festival ziemlich überzeugen, so schaffen sie es mit "Behind The Curtain Of A Modern Tomorrow " mehr als genug...
zum Review
 
Make Noise - "The Compilation Sleeps"

Zum fünfjährigen Jubiläum des Fuck Christmas Festivals beglücken uns die engagierten Tiefdruck-Musik Leute mit einem erstklassigen Sampler, der ein Spektrum der Bands der letzten fünf Jahre präsentiert. Insgesamt befinden...
zum Review
 
TwentyInchBurial - "How much will we laugh and smile"

Es ist doch immer wieder interessant neue Bands für sich zu entdecken, von denen man im Vorfeld noch nie was gehört hat. Mal bekommt man was in der Presse mit, mal ist es eine Empfehlung - in diesem Fall wurden mir TwentyInchBurial aus dem schönen Portugal wärmstens empfohlen. Also nahm ich...
zum Review

Interviews zum Thema "Fuck Christmas Festival"

Hatesphere

Hatesphere sind für eine grandiose Liveshow und geniale Alben bekannt. Irgendwie habe ich es in den letzten Jahren nie hinbekommen, mir die Jungs mal live reinzutun, obwohl ich so viele Chancen hatte. Beim Fuck Christmas war es dann soweit und sie haben mich mit ihrer energiegeladenen Performance mächtig...
zum Interview
 
SpitFire

King Asshole dringt in neue Dimensionen vor: King Asshole TV! Den Start machen die sympathischen Heavy Rocker SpitFire aus München...
zum Interview
 
Limbogott

Sie sind herrlich schön krank, schräg und höllisch laut! Ihre Musik besitzt eine gewisse Schizophrenie und hinterläßt eine äußerst bizarre Wirkung. Doch gerade diese drogenschwangere Erscheinung macht die norddeutsche Formation Limbogott...
zum Interview

Live-Reviews zum Thema "Fuck Christmas Festival"

The Agony Scene - DevilDriver - Lamb Of God - Logo Hamburg (11.12.2005)

Tja, so in der schönen und vorweihnachtlichen Zeit ist es mal wieder so weit den etwas härteren Klängen beizuwohnen und "Merry Christmas" ein wenig in den Hintergrund zu schieben. The Agony Scene, DevilDriver und Lamb Of God baten zum Tanze und wir folgten dem Ruf der drei Bands nach Hamburg..
zum Review
 
Foo Fighters - Chiemsee Rocks Festival (24.08.2011)

Was machen Rockstars vor einem Festival Auftritt in den Bayerischen Voralpen? Wir begeben uns auf die Suche am Chiemsee, wo die Foo Fighters später am Tag auf dem Chiemsee Rocks Festival spielen werden. Die Verkäuferin in der örtlichen Bäckerei hat schon einmal eine interessante Antwort auf die Frage...
zum Review
 
Voll Fett Festival - Donzdorf-Reichenbach (09.06.2004)

Es war wieder einmal soweit, das wirklich heimelige Bürgerstüble in Donzdorf-Reichenbach lud zum diesjährigen Voll Fett Festival ein. Das Bürgerstüble ist so irgendwie alles in einem. Eine Metzgerei, ein Lokal, ein Hotel, man kann hier kegeln und wie man an diesem schönen Abend gesehen hat auch Bands anschauen
zum Review

Suche


Go

Latest


Wirtz
"Die fünfte Dimension"

Monkey Fist
"Infinite Monkey"

Emil Bulls
"Kill Your Demons"

Reload Festival
(Sulingen)

I´ll Be Damned
"I´ll Be Damned"

Animator
"The Venom Within"
Impressum | Disclaimer | Kontakt | Webmaster

© 2003-2017 King-Asshole.de