Stage One Studio

Live-Reviews

Smoke Blow - Kiel - Pumpe (21.12.2012 - 22.12.2012)
21.12.2012 - Tag 1

Kurze Einleitung: ... Fertig.
Um es kurz zu machen: Sämtliche Planungen für diesen Freitag werden nach und nach über den Haufen geworfen ( Unwetter, Krankenhausaufenthalte, Betriebsratssitzungen uvm. ). Dennoch erreiche ich just in time die Pumpe, in der ich mir dann erstmal einen kleinen Drink genehmige und Merch shoppe. Mein Blick schweift durch den Laden: Absolut kultiger Schuppen! Inmitten des Saals steht eine große - nomen est omen - Pumpe, in der sich auch das Mischpult befindet ( doppelt kultig! ). Die Bühne ist angenehm klein, in den Laden passen ca. 750 Leute - absolut passiges Ambiente also für die Lokalmatadoren von Smoke Blow.

Doch erst einmal will die Vorband überstanden werden. Der Name Suburban Scumbags ruft bei mir keine guten Erinnerungen hervor, die Truppe habe ich Jahre zuvor mal als Support von eben Smoke Blow gesehen, und dort konnten sie nicht überzeugen. Heute jedoch erfüllen sie ihre Rolle erstaunlich gut, immer wieder wippen Kopf und Fuß zu Songs wie "Antisocial stomp" mit. Ein Zuhörer ruft dem Drummer zu "Du bist ein scheiss Nachbar!" - Hach nee, is das schön hier in Kiel! Beim letzten Song, einer Coverversion von Fear ( "I love living in the city" ), gesellt sich dann noch MC Straßendöner von Smoke Blow dazu und gibt eine kleine Kostprobe auf das, was nun kommen mag. Die Umbaupause zieht sich mal wieder, die Spannung steigert sich ins Unermessliche.

Dann endlich gehen die Lichter aus, und Smoke Blow kündigen sich mit einem "Marsimoto"-Intro an ( "Jetzt wird wieder gekifft" ) - Drogen und Hip-Hop - gleich 2 Dinge, die mir gegen den Strich gehen. Unerklärlich, warum so ein - pardon - Mist als Intro gewählt wird, meine einzige Erklärung ist, dass man das Publikum wütend machen will, denn so einen Mist dürften hier die wenigsten hören - stehen Smoke Blow doch für Punk / Hardcore der feinsten Sorte. Doch auch dieser Spuk ist irgendwann vorbei, und Smoke Blow entschädigen direkt mit "Masquerading" als Opener, was für eine geile Hymne! "March on to victory" macht den Auftakt nach Maß perfekt. Leider bleibt das der einzige Song von "The Record", der an diesem Abend gespielt wird. Heute werden eher Songs der Marke "White power / Black smoke" oder auch "Ugly germ trash" gespielt, die bereits einige Jahre auf dem Buckel haben, was dem Abend einen dezenten Oldschool-Touch gibt. Aber das wurde ja auch so angekündigt.

Die Band bittet bereits zu Beginn der Show das Publikum um Beleidigungen, was auch promt erledigt wird ( "Scheiss Pädagoge!" ). Zwischendurch hagelt es immer wieder Klassiker der Kategorie "Dark angel" und natürlich "Alligator rodeo", zu denen es kein Halten gibt. Auch zu "Dancing with the dead" und "Police robots" gröhlt sich der Großteil der Anwesenden die Kehle wund. Als besonderes Extra werden 2 Songs mit Ur-Bassist Hank Richmond gezockt ( "Nexus starride" und "Satan's highway" ), der sich darüber hinaus als Cover-Designer diverser SB-Platten verantwortlich zeichnet. Die bereits bekannten Coverversionen von "Mother" und "Rebell yell" sorgen ebenfalls für ausschweifende Stimmung. Im Zugabenteil setzt es dann erneut alte Schinken wie "Blacula" oder auch "West Virginia". Damit endet der Abend dann nach 80 Minuten unter großem Applaus.


www.youtube.com/v/1wY-C4amB84


Setlist Tag 1:

Masquerading
March on to victory
White powder / Black smoke
Dark angel
Unbroken
Ugly germ trash
Skoolyard fool
Alligator rodeo
Police robots
Mother
Nexus starride
Satan’s highway
Dancing with the dead
Bruce Lee Coverband
777 Bloodrock
Rebell yell
Blacula
Criminal
West Virginia


22.12.2012 - Tag 2

Nach einer angenehm langen Nachtruhe und einem Shopping-Trip durch die Kieler Plattenläden ( Danke für die Führung, Axel! ) machen wir uns erneut auf in Richtung Pumpe. Zum Einlass ist noch erstaunlich wenig los. Immerhin ist die Show ausverkauft. Wie auch immer. Nachdem ich weitere Bekannte begrüßen darf, legt auch bald die heutige Vorband The One los. Der Sound ist recht gut, aber die Mucke will nicht so recht in mein Ohr. Trotzdem nicht schlecht. Kann man gut finden, muss man nicht. Ebenso wie die Coverversion von den Toten Hosen ( "Opel Gang" ) - die waren noch nie mein Fall.

Heute will eh jeder Smoke Blow sehen ( logisch ). Die kommen dann auch um 22:15 Uhr auf die Bühne ( nachdem sie erneut mit ihrem Scheiss-Intro die Nerven der Leute strapazieren ) und legen zur allgemeinen Verwunderung erneut mit "Masquerading" los. Da ich den Song aber absolut geil finde, soll mir das recht sein. Es folgt "Sick kid '85", der erste Song, der gestern nicht gespielt wurde. Ein erneutes "March on to victory" krempelt das Publikum auf Links, sehr geile Abrissbirne, die Nummer. Typischer "Live Song". Im weiteren Verlauf des Abends spielen Smoke Blow nahezu die identischen Songs wie am Tag zuvor, was bei den großmäuligen Ankündigungen im Vorfeld dann doch ein wenig verwundert. Trotzdem gefällt mir der Abend heute irgendwie besser. Besonders der Zugaben-Dreierblock "Mexico" - "777 Bloodrock" - "Junkie killer" ist allererste Sahne. Schön immer noch einen draufgesetzt. Selten eine epischere Version von "Junkie killer" gehört! Letten klettert dabei auf eine Box am Schlagzeug und bringt das Publikum zur Raserei.

Auch heute ist Hank Richmond wieder 2 Songs lang am Bass zu sehen, diesmal im Zugabenteil. Auch hier sind die Songs identisch zum Vortag. Den Abschluss bildet heute "West Virginia", danach ist dann nach 90 schweisstreibenden Minuten recht unvermittelt Schluss. Schade, da das Publikum gerne noch Songs wie "Summer of betrayal" gehört hätte, wenn man den Zwischenrufen Glauben schenken mag ;) Danach heißt es für mich dann: 3,5 Stunden Rückfahrt mitten in der Nacht - aber angesichts von Schneeregen und Eis am Morgen drauf die bessere Alternative. Zumal mir die aktuelle Scheibe von Spitfire ( ein erneutes "Danke!" an Axel ) die Rückfahrt gewaltig versüßt.

Smoke Blow treten zukünftig deutlich kürzer, das ist schade. Allerdings kündigt Letten bereits die Live- und Album-Premiere seines Soloprojektes Erik Cohen an, und weiterhin soll es in einem Jahr erneut eine SB-Doppelshow zum Jahresende geben. Nur halt keine Tour und Platte mehr. Also alles halb so wild. Und - das ist ein Verspechen - auch nächstes Jahr ist King Asshole wieder mittendrin statt nur dabei! :)


www.youtube.com/v/o3q2ilLHwQk


Setlist Tag 2:

Masquerading
Sick kid ’85
March on to victory
White powder / Black smoke
Dark angel
Unbroken
Dancing with the dead
Skoolyard fool
Alligator rodeo
Police robots
Criminal
Bruce Lee Coverband
Sweetwater
Rebell yell
Nexus starride
Satan’s highway
Mexico
777 Bloodrock
Junkie killer
West Virginia

Links:
Smoke Blow

Eisen-Dieter

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