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Black Sabbath - "13" (Mercury / Universal)


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Black Sabbath
Mercury / Universal
ES IST SOWEIT!!!

Den Stecker vom Telefon rausgezogen, das Handy ausgeschaltet, die Haustürklingel abgestellt, die Vorhänge zugezogen und die Lichtorgel eingeschaltet.

Ich war gerade 10 Jahre alt, als ich 1980 meine Kiss (I was made for loving you) Single mit einem Nachbarsjungen (R.I.P. Frank) gegen das erste Black Sabbath Album getauscht hatte. Ein Schritt den ich niemals bereut habe, denn der Grundstein für eine große Musik- und Sammelleidenschaft war damit gelegt.

33 Jahre später halte ich nun die neue BLACK SABBATH Langspielplatte „13“, das erste Album nach 35 Jahren, eingespielt in der (fast) Urbesetzung: Ozzy, Tony, Geezer (180 Gramm Vinyl, 8 brandneue Tracks, gepresst auf einem Doppelalbum) in der Hand und begebe mich in großer Vorfreude, allerdings auch ein wenig bange, aufgrund meiner vielleicht zu hoch angesetzten Erwartungshaltung , zum alten guten Dual Heimplattenspieler. (Die modernen Turntables bleiben heute aus und werden von mir nicht mit dem Hintern angeguckt)

Es knistert und der erste Track „End of the Beginning“ geht sofort ins Ohr, schnell wird klar, dass Ozzy es -wider aller Unkenrufe und meiner eigenen heimlichen schlimmsten Befürchtungen- einfach noch drauf hat. Ozzy´s ohnehin markante Stimme hat definitiv an Reife und Tiefe gewonnen und kommt nicht mehr allzu näselnd daher. Der sehr düstere 2. Track mit dem provozierenden Titel „God is dead?“ besitzt eine wahre Ohrwurmqualität, der Meister des Rock-Riffs und Erfinder des Heavy Metal Sounds Tony Iommy hat wieder alle Register gezogen und zieht mich geradezu hypnotisch in seinen Bann. Ich verfalle in einen headbangenden Hospitalismus, der sich mit dem 3. Powertrack „Loner“ noch verstärkt, und mit dem zwanghaft symptomatischen Hochstrecken der rechten Hand zum mittlerweile klischeehaften „Dio Pommesgabel Evil Handgruß“ seinen Stimulanzgipfel erreicht hat.

Spätestens jetzt fällt das groovende bis geniale Schlagwerk auf, und es wird bewusst, dass mit Brad Wilk (Rage Against The Machine) ein würdiger Ersatz für den alten Drummer Bill Ward gefunden wurde. Einzig und allein den Sound wage ich zu kritisieren, der an manchen Stellen mit einem neuzeitlich doomigen Hall abgemischt wurde, welchen ich jedoch teilweise als deplatziert empfinde, da z.B. auch Bill Ward immer einen jazzig warmen und trockenen Schlagzeugsound bevorzugt hat. (Auch Geezers geniales Bassspiel ist mir an einigen Stellen zu sehr im Hintergrund und kommt manchmal ein wenig „breiig“ daher.) Dennoch hat man mit der Produzentenlegende Rick Rubin einen fähigen Mann an Land gezogen, der es versteht, eine Symbiose aus moderner digitaler Aufnahmetechnik und dem analogen Sound der frühen Black Sabbath Alben zu erschaffen.

Der 4.Track „Zeitgeist“, ja ein deutscher Titel, knüpft dort fast krautrockig an, wo man vor 40 Jahren mit „Planet Caravan“ aufgehört hatte. Der 5. Track „Age of Reason“ und der 6.Track „Live Forever“ kommen kraftstrotzend, und dennoch düster melancholisch daher, und die alten Jungs zeigen den jungen nacheifernden Stonerkids (z.B. Orchid, Kadavar) mal eben eindrucksvoll, dass sie die wahren Meister des Doom Metals und Stoner Rocks sind, weil sie sich weiterentwickelt haben, und nun auch progressive Parts in ihre Musik einfließen lassen.

Beim 3. Durchhören hat sich herauskristallisiert, dass doch tatsächlich der 7. Track „Damaged Soul“ langsam zu meinem Lieblingssong avanciert, es scheint als ob Black Sabbath hier zu ihren Blueswurzeln zurückgefunden haben, denn neben Tonys genialen Blues Licks wird auch sporadisch eine Mundharmonika zugelassen. Der 8. Track „Father“ ist eine knallharte Abrechnung mit den eigenen Erziehungserfahrungen und dem einhergehenden eingeschlagenen Lebensweg, in derbster und moderner Power Riff Metal Manier ist hier ein Gegenstück zu „Mother/Danzig“ geschaffen worden. Überhaupt sind die Texte wieder gewohnt düster bis zynisch aber auch selbstkritisch, denn man blickt mit Reife und (Sex, Drugs and Roll-) Lebenserfahrung aufs eigene Dasein zurück und setzt sich mit dem Tod auseinander (Live Forever), was nicht weiter verwundert, wenn man bedenkt das die Jungs schon lange die 60. überschritten haben, und Tony gerade erst den Krebs besiegt hat.

Als am Schluss der Platte ein Gewitter mit Kirchenglocke ertönt, bekomme ich ein flaues Gefühl in der Magengegend, als glühender Black Sabbath Fan weiß man, dass genau damit vor 43 Jahren der 1.Track „Black Sabbath“ auf der allerersten Platte begonnen hat. Könnte das wohl die letzte Platte von den Jungs sein, und das Ende dieser Wahnsinnsband bedeuten?

Ich verdränge den Gedanken und freue mich auf den 30.11.2013, an dem ich Black Sabbath live und hoffentlich gesund und munter, in der Dortmunder Westfalenhalle sehen darf.

Kurzum: Ich bin begeistert, und das Album hat meine Erwartungen sogar noch übertroffen.

BLACK SABBATH FOREVER!!!!!!!!!!!!!!!!!

Music is my life! Peace out!

Euer Django Morango

- Django Morango

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